Freitag, 11. September 2026

Husemann Karree Bochum: Aktueller Stand, Mieter & Bauchronologie

Husemann Karree Bochum – Neues Geschäftsquartier am Husemannplatz

Mit dem Husemann Karree ist in der Bochumer Innenstadt auf dem ehemaligen Justiz-Areal an der Viktoriastraße ein neues innerstädtisches Geschäftsquartier entstanden. Das rund 37.500 m² große Mixed-Use-Quartier verbindet Einzelhandel, Gastronomie, Büroflächen, Hotel, Fitness und Dienstleistungen miteinander.

Das Projekt wurde ursprünglich unter dem Namen Viktoria Karree geplant. Nach mehreren Überarbeitungen und Verzögerungen änderte der Investor HBB den Namen 2023 in Husemann Karree. Hintergrund waren unter anderem zahlreiche weitere Projekte an der Viktoriastraße und die dadurch entstandene Verwechslungsgefahr. Gleichzeitig sollte mit dem neuen Namen die direkte Lage am Husemannplatz stärker hervorgehoben werden.

Vom Justizstandort zum neuen Stadtquartier

Ausgangspunkt der Entwicklung war das ehemalige Justizzentrum an der Viktoriastraße. Nachdem die Justiz in einen Neubau an der Josef-Neuberger-Straße umgezogen war, wurde das alte Gebäude nicht mehr benötigt.

Der Hamburger Projektentwickler HBB – Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft setzte sich in einem früheren Auswahlverfahren mit seinem Konzept für eine neue innerstädtische Nutzung durch. Ursprünglich war eine wesentlich größere Einbindung angrenzender Grundstücke vorgesehen. Da eine Einigung mit weiteren Grundstückseigentümern jedoch nicht zustande kam, konzentrierte sich die Entwicklung schließlich auf das ehemalige Justiz-Areal.

Das Konzept wurde im weiteren Planungsverlauf mehrfach angepasst. Die ursprünglich vorgesehene Einzelhandelsfläche wurde reduziert, während die Büroflächen deutlich ausgeweitet wurden. Die Stadt Bochum entschied sich schließlich, große Teile ihrer Verwaltung im neuen Quartier unterzubringen.


Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum

Projektdaten

  • Projekt: Husemann Karree
  • Früherer Projektname: Viktoria Karree
  • Standort: Viktoriastraße / Husemannplatz, Bochum-Innenstadt
  • Grundstück: ca. 10.380 m²
  • Mietfläche: ca. 37.500 m²
  • Geschossfläche: ca. 65.000 m²
  • Baukörper: 3
  • Nutzung: Einzelhandel, Gastronomie, Büro, Hotel, Fitness und Dienstleistungen
  • Büroflächen: ca. 21.000 m²
  • Handel/Gastronomie: ca. 8.000 m²
  • Hotel: Holiday Inn Express, ca. 170 Zimmer
  • Fitness: ca. 2.000 m²
  • Tiefgarage: ca. 500 bzw. aktuell 510 Pkw-Stellplätze
  • Fahrradstellplätze: ca. 400
  • E-Ladestationen: 21
  • Architektur: RKW Architektur+
  • Projektentwickler: HBB
  • Investitionsvolumen: rund 180 Mio. Euro nach aktueller HBB-Projektangabe
  • Baubeginn: 2019
  • Grundsteinlegung: Juni 2020
  • Richtfest: Oktober 2021
  • Eröffnung: Oktober 2023
  • Eigentümer: HBB / LHI Gruppe (Bauteil A)
  • Projektstatus: fertiggestellt und in Betrieb


Drei Baukörper rund um einen offenen Stadtraum

Das Husemann Karree besteht aus drei mehrgeschossigen Gebäudekörpern, die sich um öffentliche Wege- und Aufenthaltsbereiche gruppieren. Die Architektur stammt vom Düsseldorfer Büro RKW Architektur+. Charakteristisch ist die offene Struktur des Quartiers. Statt eines klassischen, nach außen abgeschotteten Einkaufszentrums wurden die Geschäfte mit eigenen Eingängen entlang der öffentlichen Wege angeordnet.

Eine Durchwegung führt vom Husemannplatz durch das Quartier in Richtung Junggesellenstraße. Dadurch soll das neue Ensemble stärker Teil des innerstädtischen Wegenetzes werden. Die Gebäude öffnen sich zum Husemannplatz und schaffen damit einen Übergang zwischen dem neuen Quartier und der bestehenden Innenstadt.

Architektonisch unterscheiden sich die drei Bauteile voneinander. Während die größeren Baukörper unter anderem durch Naturstein, Glas und Metall geprägt werden, erhält der Solitär an der Ecke Junggesellenstraße/Viktoriastraße eine markantere Glas-Metall-Fassade.

Bild: HBB


Handel, Gastronomie und Dienstleistungen

Auf den unteren Ebenen befindet sich ein Mix aus Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen.

Zu den aktuellen beziehungsweise im Quartier vertretenen Nutzungen gehören unter anderem REWE, Woolworth, KULT beziehungsweise Olymp & Hades, L'Osteria sowie verschiedene Gastronomie- und Dienstleistungsangebote. Das Husemann Karree selbst führt aktuell außerdem Gesundheitsangebote und weitere Dienstleistungen als Bestandteil des Nutzungsmixes auf.

Woolworth belegt rund 2.700 m² und ersetzte dabei die ursprünglich angekündigte Ansiedlung von Decathlon. Das Kaufhaus bietet auf der Großfläche ein breites Sortiment aus Mode, Haushalt, Heimtextilien und weiteren Waren des täglichen Bedarfs.

Der REWE-Markt im Husemann Karree verfügt über rund 800 m² Verkaufsfläche. Nach Angaben der IHK hat sich der Markt seit seiner Eröffnung gut entwickelt. Betreiber Ahmet Mert beschäftigt dort rund 39 Mitarbeiter. Auch gastronomische Angebote wie L'Osteria und weitere Konzepte ergänzen den Nutzungsmix. Das Quartier soll damit nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zum Aufenthalt und Arbeiten genutzt werden.

Bild: HBB



Stadt Bochum als größter Büromieter

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts sind die umfangreichen Büroflächen. Die Stadt Bochum ist der größte Mieter im Husemann Karree. Sie hat rund 15.000 m² Bürofläche angemietet und dort unter anderem das Sozialamt, das Ordnungsamt sowie Teile des Rechtsamtes untergebracht.

Für mehr als 800 Beschäftigte wurde das Husemann Karree damit zu einem neuen Arbeitsplatz. Die Verwaltung arbeitet dabei teilweise nach dem sogenannten Shared-Desk-Prinzip, bei dem Arbeitsplätze nicht dauerhaft einzelnen Mitarbeitern zugeordnet sind.

Neben der Stadt Bochum sind weitere Unternehmen und Organisationen im Quartier vertreten. Dazu gehört unter anderem die Bochum Wirtschaftsentwicklung. Die Büroflächen sind flexibel teilbar und auch weiterhin teilweise am Markt verfügbar. Aktuelle Angebote zeigen beispielsweise Büroflächen von mehreren hundert bis mehreren tausend Quadratmetern.


Fotos: Stadt Bochum

Hotel und Fitnessstudio

Das Nutzungskonzept wird durch ein Hotel und ein Fitnessstudio ergänzt. Im Husemann Karree befindet sich das Holiday Inn Express Bochum mit rund 170 Zimmern. Das Hotel richtet sich sowohl an Geschäftsreisende als auch an Besucher der Bochumer Innenstadt.

Ebenfalls im Quartier befindet sich EASYFITNESS, das eine große Fitnessfläche nutzt und das Angebot um eine Freizeit- und Sportnutzung ergänzt. Damit verbindet das Husemann Karree unterschiedliche Nutzungen auf relativ kompakter Fläche und folgt dem Konzept eines innerstädtischen Mixed-Use-Quartiers.

Tiefgarage mit rund 500 Stellplätzen

Unter dem Quartier befindet sich eine zweigeschossige Tiefgarage mit rund 500 Pkw-Stellplätzen. Die Tiefgarage ist unterirdisch mit dem bestehenden Bochumer Parkhaussystem verbunden. Zusätzlich wurden rund 400 Fahrradstellplätze geschaffen.

Aktuell verfügt das Parkhaus über 510 Stellplätze und 21 E-Ladestationen. Es ist außerdem über mehrere Aufgänge direkt mit dem Quartier verbunden. Die heutige Parkhausanlage wird von der Bochumer Wirtschaftsentwicklung betrieben. Neben Pkw-Stellplätzen stehen unter anderem Frauen-, Familien- und Behindertenparkplätze zur Verfügung.

Bauphase und Verzögerungen

Nach dem Auszug der Justiz begann 2019 der Abriss des alten Gebäudekomplexes. Der Rückbau erfolgte schrittweise. Im Juni 2020 wurde schließlich der Grundstein für das neue Quartier gelegt. Während der Bauphase kam es unter anderem durch die Corona-Pandemie, Lieferengpässe und Probleme bei der Sicherheitstechnik zu Verzögerungen. Die ursprünglich für 2021 vorgesehene Fertigstellung musste deshalb mehrfach verschoben werden.

Im Oktober 2021 konnte das Richtfest gefeiert werden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die drei Baukörper bereits deutlich sichtbar im Rohbau. Die ersten großen Geschäfte eröffneten schließlich im Oktober 2023. REWE und Woolworth gehörten zu den ersten Mietern, die den Betrieb aufnahmen. Auch die neue Tiefgarage ging zu diesem Zeitpunkt in Betrieb. Weitere Nutzungen folgten anschließend.

Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum

Aus Viktoria Karree wird Husemann Karree

Kurz vor der Fertigstellung wurde der Projektname geändert. Aus dem ursprünglich als Viktoria Karree bezeichneten Projekt wurde das Husemann Karree. Nach Angaben von HBB sollte damit vor allem der Bezug zum Husemannplatz stärker hervorgehoben werden. Außerdem sollten Verwechslungen mit anderen Entwicklungen an der Viktoriastraße vermieden werden.

Die Eröffnung erfolgte schrittweise ab 2023. HBB führt das Projekt inzwischen als realisierte Projektentwicklung und weiterhin als Objekt im Management.

Verkauf von Bauteil A

Nach der Fertigstellung wurde ein Teil des Quartiers verkauft. Die HBB veräußerte Bauteil A an die LHI Gruppe aus Pullach bei München. Nach Angaben von HBB war dieser Gebäudeteil zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig vermietet.

Das Husemann Karree befindet sich damit heute nicht mehr vollständig im Eigentum eines einzelnen Projektentwicklers. HBB bleibt unter anderem im Management des Quartiers aktiv.

Wie hat sich das Quartier entwickelt?

Nach der Eröffnung zog das Husemann Karree relativ schnell weitere Nutzer an. Eine Bilanz der IHK Mittleres Ruhrgebiet beschrieb bereits 2024 eine weitgehend vermietete Immobilie und ein belebtes Quartier. Gleichzeitig bestanden damals noch einzelne freie Büro- und Handelsflächen.

Auch aktuell sind noch Büro- und einzelne Gewerbeflächen am Markt verfügbar. So werden 2026 beispielsweise Büroflächen mit mehreren hundert bis rund 5.000 m² angeboten. Das zeigt, dass die Vermietung noch nicht vollständig abgeschlossen ist.

Der aktuelle Mietermix umfasst unter anderem:

  • REWE
  • Woolworth
  • KULT / Olymp & Hades
  • L'Osteria
  • Gastronomie- und Food-Angebote
  • Stadt Bochum
  • Bochum Wirtschaftsentwicklung
  • Holiday Inn Express
  • EASYFITNESS
  • Lieblings-Zahnarzt Bochum
  • W&W Therapiezentrum

Die aktuelle Betreiberkommunikation beschreibt das Husemann Karree entsprechend als Mix aus Shopping, Gastronomie, Gesundheit, Büro und weiteren Dienstleistungen.

Bedeutung für die Bochumer Innenstadt

Mit dem Husemann Karree wurde eine der größeren innerstädtischen Brachflächen der vergangenen Jahre neu genutzt. Das Projekt verbindet dabei verschiedene Funktionen, die früher räumlich stärker voneinander getrennt waren. Besonders die Ansiedlung großer Teile der Stadtverwaltung bringt täglich mehrere hundert Beschäftigte in das Quartier. Gleichzeitig sorgen Einzelhandel, Gastronomie, Hotel und Fitness für eine Nutzung auch außerhalb der klassischen Bürozeiten.

Das Quartier steht damit beispielhaft für die Entwicklung der Bochumer Innenstadt hin zu gemischt genutzten Stadtbausteinen, bei denen Arbeiten, Einkaufen, Gastronomie, Dienstleistungen und Freizeit miteinander kombiniert werden. Zusammen mit dem neugestalteten Husemannplatz und dem benachbarten Haus des Wissens soll das Umfeld langfristig zu einem wichtigen Bestandteil der neu aufgestellten Bochumer Innenstadt werden.

Bauchronologie

2017/2018: Die Planungen für die Neubebauung des ehemaligen Justiz-Areals an der Viktoriastraße werden konkretisiert. HBB entwickelt das Projekt zunächst unter dem Namen Viktoria Karree.

2019: Nach dem Auszug der Justiz beginnt der Rückbau des ehemaligen Justizkomplexes. Das Areal wird für die Neubebauung vorbereitet.

Justizgebäude (weißes Hochhaus) vor dem Abriss

Juni 2020: Grundsteinlegung für das neue Geschäftsquartier. Auf dem ehemaligen Justizgelände entstehen drei mehrgeschossige Baukörper mit Einzelhandel, Gastronomie, Büroflächen, Hotel und weiteren Nutzungen.





Fotos: hanbrohat

2020–2021: Die Hochbauarbeiten schreiten voran. Die drei Gebäudeteile wachsen sichtbar aus dem ehemaligen Justiz-Areal.





Fotos: hanbrohat /07-2020

Fotos: hanbrohat / 08-2020



Fotos: hanbrohat / 11-2020





Fotos: hanbrohat / 01-2021




Fotos: hanbrohat / 07-2021

Oktober 2021: Richtfest für das neue Quartier.

Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum


Fotos: hanbrohat / 10-2021

2022: Innenausbau, Fassadenarbeiten und die technische Ausstattung der Gebäude werden fortgeführt. Parallel laufen die Vorbereitungen für die späteren Nutzer und die Tiefgarage.




Fotos: hanbrohat / 01-2022



Fotos: hanbrohat / 05-2022





Fotos: hanbrohat / 08-2022



Fotos: hanbrohat / 10-2022


20. Juli 2023: HBB gibt bekannt, dass das Projekt künftig Husemann Karree heißt. Die ersten Bauabschnitte sollen noch im selben Jahr eröffnet werden. Das Quartier umfasst rund 37.500 m² Mietfläche sowie eine zweigeschossige Tiefgarage.

Oktober 2023: Das Husemann Karree wird schrittweise eröffnet. Die ersten größeren Einzelhandels-, Gastronomie- und Dienstleistungsangebote nehmen ihren Betrieb auf. HBB führt Oktober 2023 inzwischen offiziell als Eröffnungszeitpunkt des Projekts.





Fotos: hanbrohat / 11-2023

2023/2024: Die Stadt Bochum bezieht sukzessive ihre neuen Büroflächen im Husemann Karree. Insgesamt stehen der Stadt rund 15.000 m² Bürofläche für etwa 850 Beschäftigte zur Verfügung.

Februar 2024: Weitere Bereiche der Stadtverwaltung ziehen in das Husemann Karree ein. Das Referat für Sport und Bewegung nimmt beispielsweise im Februar 2024 seinen neuen Standort im 6. Obergeschoss auf.

2024: Das Husemann Karree ist weitgehend etabliert und wird von Einzelhandel, Gastronomie, Verwaltung, Hotel, Fitness und Dienstleistungen genutzt. Einzelne Flächen bleiben beziehungsweise kommen weiterhin auf den Vermietungsmarkt.

2024/2025: Die Neugestaltung des unmittelbar angrenzenden Husemannplatzes schreitet weiter voran. Wegen umfangreicher Arbeiten im Untergrund, unter anderem an Versorgungsleitungen und der Abdichtung der Tiefgarage, verzögert sich die Fertigstellung des Platzes.

März 2026: Die Arbeiten am Husemannplatz laufen weiter. Die Stadt Bochum arbeitet unter anderem an der GreenCloud, den Pflasterflächen und den Bereichen rund um den Zugang zum Husemann Karree. Die vollständige Fertigstellung des Platzes ist für Herbst 2026 vorgesehen.

September 2026: Das Husemann Karree ist fertiggestellt und vollständig in Betrieb. Das Quartier wird von HBB als realisierte Projektentwicklung geführt. Das städtebauliche Umfeld wird durch die noch laufende Neugestaltung des Husemannplatzes weiter aufgewertet.


Quellen: HBB, Husemann Karree, IHK Mittleres Ruhrgebiet, Stadt Bochum, WAZ; eigene Recherche.


Texte mit Hilfe von KI erstellt




1 Kommentar:

  1. Ja, wir haben dann direkt ein Einkaufszentrum vor der Nase.
    Tolle Bilder, lass uns schauen wie das in der Realität aussieht.
    Kann man sich Plätze für die Tiefgarage reservieren?

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