Sonntag, 30. August 2026

Bochum-Riemke: Einzelhandel und neue Wohnungen an der Herner Straße geplant

Bochum-Riemke: Neue Pläne für Nahversorger und Wohnungen an der Herner Straße

Bochum-Riemke. Seit Jahren plant die VBW Bauen und Wohnen GmbH an der Ecke Herner Straße/Tippelsberger Straße ein neues Nahversorgungszentrum mit Wohnungen. Doch das Projekt hat eine weitere überraschende Wendung genommen: REWE ist im April 2026 als Partner ausgestiegen.

Damit ist die bisherige Planung eines Wohn- und Geschäftshauses mit REWE-Markt in der vorgesehenen Form nicht mehr umsetzbar. Die VBW will das Vorhaben allerdings nicht aufgeben. Nach Angaben des kommunalen Wohnungsunternehmens soll der Standort weiterhin zu einem neuen Nahversorgungszentrum für Riemke entwickelt werden.

REWE sagt dem Projekt im April 2026 ab

Die Nachricht kam am 15. April 2026: REWE zog sich aus der Entwicklung des Nahversorgungszentrums zurück. Nach Angaben der VBW hatten sich die Vertragsverhandlungen bereits über längere Zeit hingezogen. REWE habe schließlich aus wirtschaftlichen und standortbedingten Gründen abgesagt.

Für das Projekt ist das ein erheblicher Rückschlag. Denn der Lebensmittelmarkt war ein zentraler Bestandteil der bisherigen Planung. Die VBW betont jedoch, dass sie weiterhin vom Potenzial des Standorts überzeugt ist. Das Unternehmen hält deshalb an der Entwicklung fest und will das Projekt an die neuen Rahmenbedingungen anpassen.

Bild: VBW/WAZ | Überarbeiteter Entwurf von 2024


Projektdaten

Projekt: Nahversorgungszentrum Riemke
Standort: Herner Straße / Tippelsberger Straße, Bochum-Riemke
Bauherr/Projektentwickler: VBW Bauen und Wohnen GmbH
Ursprüngliche Planung: REWE-Markt + 75 Wohnungen
Zuletzt geplante Nutzung: Lebensmittelmarkt + Bäckerei + rund 30 Wohnungen
Zuletzt geplante Verkaufsfläche: rund 1.750 m²
Wohnungen: öffentlich geförderter Wohnraum vorgesehen
Tiefgarage: nicht mehr vorgesehen
Aktueller Stand: Planung nach REWE-Ausstieg wird neu ausgerichtet
Baubeginn: derzeit nicht bestätigt
Fertigstellung: derzeit offen

Warum ein Nahversorger für Riemke wichtig ist

Der Standort liegt im zentralen Versorgungsbereich von Riemke an der Herner Straße.

Die Stadt Bochum hatte bereits im Bebauungsplanverfahren darauf hingewiesen, dass es innerhalb des Stadtteilzentrums bislang keinen größeren Lebensmittelmarkt gibt. Ein solcher Markt soll dazu beitragen, die Versorgungsfunktion des Zentrums zu stärken. Gleichzeitig soll zusätzlicher Wohnraum entstehen.

Auch die Fortschreibung des Bochumer Masterplans Einzelhandel beschreibt das Riemker Zentrum als vergleichsweise schwach aufgestellt. Es verfügt demnach über rund 1.800 Quadratmeter Verkaufsfläche und keinen größeren Magnetbetrieb. Die starke Verkehrsbelastung der Herner Straße erschwert zudem die Entwicklung des Zentrums.

Genau hier sollte das neue Projekt ansetzen.

2026: REWE ist weg – das Projekt bleibt

Mit dem Rückzug von REWE ist die bisherige Planung allerdings erneut überholt. Die VBW erklärt ausdrücklich, dass das bisherige Projekt in der bestehenden Größe nicht weiterentwickelt werden kann. Gleichzeitig sieht das Unternehmen weiterhin Potenzial für einen Nahversorger an diesem Standort.

Auch im August 2026 bekräftigte die VBW ihr Festhalten am Projekt. In einer aktuellen Mitteilung vom 21. August spricht das Unternehmen von einem klaren Bekenntnis zur Entwicklung des Nahversorgungszentrums Riemke „trotz neuer Vorzeichen“. Die Entwicklung soll unter den veränderten Bedingungen weiter vorangetrieben werden.

Was kommt jetzt?

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht mehr, wann der geplante REWE-Markt eröffnet. Vielmehr muss zunächst geklärt werden, welches Nahversorgungskonzept nach dem Ausstieg von REWE umgesetzt werden kann.

Die VBW hält am Grundstück und am grundsätzlichen Ziel fest. Ein neuer Lebensmittelmarkt beziehungsweise eine andere Form der Nahversorgung bleibt damit möglich. 

Auch der Wohnungsbau könnte weiterhin Bestandteil der Entwicklung sein. Ob die zuletzt geplanten rund 30 Wohnungen tatsächlich so realisiert werden, ist nach dem REWE-Rückzug allerdings offen.


Bauchronologie – Nahversorgungszentrum Bochum-Riemke

2018 – Erste konkrete Planung
Die VBW Bauen und Wohnen GmbH plant an der Ecke Herner Straße/Tippelsberger Straße ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Vorgesehen sind ein REWE-Markt, eine Bäckerei und rund 75 Wohnungen.

2019 – Vorstellung der Planung
Die Pläne werden den Anwohnern vorgestellt. Geplant sind rund 1.750 m² Verkaufsfläche, 75 barrierefreie Wohnungen sowie insgesamt 128 Stellplätze. Das Investitionsvolumen wird mit rund 15 Millionen Euro angegeben.

2020 – Verzögerungen
Verkehrs- und schalltechnische Untersuchungen führen zu Änderungen an der Planung. Insbesondere die Anlieferung des geplanten Supermarktes muss neu organisiert werden. Auch die Abstimmung über die öffentliche Förderung der Wohnungen verzögert das Verfahren.

2022 – Überarbeitete Planung
Das Projekt wird weiterhin verfolgt. Nun sind 72 Wohnungen mit insgesamt rund 4.403 m² Wohnfläche sowie eine Gewerbefläche von rund 2.473 m² für REWE und eine Bäckerei vorgesehen. Die Fertigstellung wird deutlich nach hinten verschoben.

2023 – Projekt steht auf der Kippe
Stark gestiegene Baukosten und höhere Zinsen stellen die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens infrage. Die VBW prüft gemeinsam mit Stadt, Architekten und möglichen Partnern eine günstigere Variante.

2024 – Komplett neuer Entwurf
Die VBW überarbeitet das Projekt grundlegend. Die geplante Tiefgarage entfällt. Stattdessen sollen ebenerdige Stellplätze entstehen. Der Lebensmittelmarkt soll nun im ersten Obergeschoss liegen. Die Zahl der Wohnungen wird deutlich reduziert – zunächst sind nur noch etwa 25 bis 39 Wohnungen vorgesehen.

2025 – Bebauungsplan wird vorbereitet
Die Stadt Bochum treibt das Bebauungsplanverfahren voran. Die überarbeitete Planung sieht einen Lebensmittelmarkt mit Bäckerei sowie rund 30 Wohnungen vor. Der Markt soll über Treppen, Aufzüge und eine Rollsteiganlage erreichbar sein.

Ende 2025 – Planungsrechtliche Grundlage
Der Bebauungsplan für den Bereich zwischen Herner Straße, Tippelsberger Straße, Walburgastraße und Moritzstraße wird veröffentlicht. Ziel ist die Ansiedlung eines größeren Lebensmittelmarktes und die Schaffung zusätzlichen Wohnraums.

April 2026 – REWE steigt aus
Ein erneuter Rückschlag: REWE zieht sich aus dem Projekt zurück. Als Gründe werden wirtschaftliche und standortbedingte Faktoren genannt. Damit kann die zuletzt geplante Variante mit REWE nicht umgesetzt werden.

August 2026 – VBW hält am Projekt fest
Trotz des REWE-Ausstiegs gibt die VBW das Vorhaben nicht auf. Das Unternehmen will weiterhin ein Nahversorgungszentrum in Riemke entwickeln. Dafür muss das Konzept jedoch erneut angepasst und ein neuer Partner beziehungsweise eine neue Nutzung für die geplante Handelsfläche gefunden werden.




Texte wurden mit Hilfe von KI erstellt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen