Quartier am Gesundheitscampus – neues Wohnquartier an der Stiepeler Straße | In Planung
Auf der ehemaligen Fläche der Erich-Kästner-Schule an der Stiepeler Straße in Bochum-Querenburg entsteht in den kommenden Jahren ein neues Wohnquartier. Unter dem Namen „Quartier am Gesundheitscampus“ plant die Stadt Bochum gemeinsam mit NRW.URBAN ein dichtes, zugleich klima- und umweltgerechtes Stadtviertel mit rund 360 Wohnungen.
Das etwa fünf Hektar große Areal liegt unmittelbar am Gesundheitscampus.NRW und an der Grenze zu Wiemelhausen. Neben Wohnungen sind Flächen für gesundheitsaffines Gewerbe, eine Kindertagesstätte und weitere öffentliche Nutzungen vorgesehen.
Städtebauliches Konzept
Das neue Quartier soll nicht als lose Ansammlung einzelner Mehrfamilienhäuser entstehen. Vorgesehen ist vielmehr eine kompakte, geschlossene städtebauliche Struktur. Der städtebauliche Entwurf sieht mehrere Wohncluster mit Geschosswohnungen vor. Die Gebäude werden überwiegend als Blockrandbebauung angeordnet und bilden dadurch klar definierte Straßen- und Freiräume.
Ursprünglich wurde das Konzept mit fünf Wohnclustern beschrieben. In der weiteren Planung werden die Gebäude zu mehreren größeren Baukörpern beziehungsweise Wohnblöcken zusammengefasst. Im Mittelpunkt steht das Leitbild der „kompakten Stadt“ und der „Stadt der kurzen Wege“. Auf der vergleichsweise kleinen Entwicklungsfläche soll möglichst viel Wohnraum entstehen, ohne das Quartier vollständig zu versiegeln. Zwischen den Gebäuden sind begrünte Freiräume und ein zentraler Quartiersbereich vorgesehen. Die neue Erschließungsstraße führt von der Stiepeler Straße aus ringförmig durch das Gebiet.
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| Bild: Pesch Partner Architektur Stadtplanung GmbH |
Projektdaten
Projekt: Quartier am Gesundheitscampus
Standort: ehemalige Erich-Kästner-Schule, Stiepeler Straße / Markstraße
Stadtteil: Bochum-Querenburg
Entwicklungsfläche: rund 5 Hektar
Wohnungen: rund 360
Geförderter Wohnraum: 40 Prozent nach aktuellem Stand
Weitere Nutzungen: Kita, gesundheitsaffines Gewerbe, Turnhalle
Städtebau: kompakte Blockrandbebauung
Erschließung: Ringerschließung von der Stiepeler Straße
Freiraum: begrünter Quartiersplatz, Spiel- und Aufenthaltsbereiche
Klimakonzept: KlimaQuartier.NRW / Schwammstadt
Energie: Fernwärme und Photovoltaik
Mobilität: Mobilstation, Sharing-Angebote, Fahrradabstellanlagen, ÖPNV-Anbindung
Entwicklungsträger: NRW.URBAN
Bauherrschaft: verschiedene Investoren über Bestgebotsverfahren
Bebauungsplan: Nr. 862 „Markstraße / Stiepeler Straße“
Hochbaubeginn: voraussichtlich Ende 2026
Wohnungen
Im Quartier sollen rund 360 Wohnungen entstehen. Ein wesentlicher Bestandteil der Planung ist die soziale Mischung. Nach dem aktuellen Stand sollen 40 Prozent der Wohnungen als geförderter Wohnraum errichtet werden. Damit soll das neue Quartier unterschiedliche Einkommens- und Bevölkerungsgruppen ansprechen.
Die Wohnungen entstehen in mehreren Bauabschnitten und unterschiedlichen Gebäuden. Die genaue Aufteilung nach Wohnungsgrößen und Zimmerzahlen steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültig fest.
Gesundheitsaffines Gewerbe
Eine besondere Nutzung erhält das Grundstück an der Ecke Markstraße / Stiepeler Straße. Hier ist ein eigener Bereich für sogenanntes „gesundheitsaffines Gewerbe“ vorgesehen. Die Lage stellt gleichzeitig eine Verbindung zwischen dem neuen Wohnquartier und dem benachbarten Gesundheitscampus.NRW her.
Damit soll das Quartier nicht ausschließlich ein Wohnstandort werden. Arbeiten, Wohnen und Dienstleistungen sollen räumlich miteinander verbunden werden.
Kita und öffentliche Nutzungen
Neben den Wohnungen ist eine Kindertagesstätte vorgesehen. Sie soll in einer geschützten Lage innerhalb beziehungsweise am Rand des Quartiers entstehen. Darüber hinaus ist die Neuerrichtung einer Dreifachturnhalle als Ersatz für die 2019 abgebrannte Turnhalle geplant. Die Sporthalle steht dabei in Verbindung mit der benachbarten Erich-Kästner-Gesamtschule.
Im Übergangsbereich zur Schule ist außerdem eine rund 4.200 Quadratmeter große Multifunktionsfläche vorgesehen. Sie soll unter anderem für Schulveranstaltungen sowie kulturelle und sportliche Veranstaltungen genutzt werden.
Quartiersplatz und Freiräume
Ein wichtiges Element des städtebaulichen Konzepts ist der zentrale, begrünte und möglichst autofreie Quartiersbereich zwischen den Wohngebäuden. Die Freiflächen sollen einen Ausgleich zur relativ hohen baulichen Dichte schaffen. Die kompakte Bebauung ermöglicht einerseits eine große Zahl neuer Wohnungen, während Grünflächen, Bäume und wasserdurchlässige Bereiche für Aufenthaltsqualität sorgen. Auch die Straßenräume sollen nicht ausschließlich dem Autoverkehr dienen. Geplant sind verkehrsberuhigte Bereiche und mehrere Spielstraßen.
Schwammstadt und Klimaanpassung
Das Quartier soll besonders hohe Anforderungen an Klimaschutz und Klimaanpassung erfüllen. Die Stadt hat das Projekt deshalb als „KlimaQuartier.NRW“ zertifizieren lassen. Ein wichtiger Bestandteil ist das Prinzip der Schwammstadt. Regenwasser soll möglichst vor Ort aufgenommen, gespeichert und zeitverzögert abgegeben werden.
Dafür sind unter anderem vorgesehen:
- Retentionsdächer
- Dachbegrünungen
- begrünte Freiflächen
- straßenbegleitende Mulden
- unterirdische Rigolen
- Flächen zur temporären Regenwasserrückhaltung
- wasserdurchlässige beziehungsweise versickerungsfähige Bereiche
Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, bei Starkregen größere Wassermengen zwischenzuspeichern und gleichzeitig das Mikroklima im Quartier zu verbessern.
Energieversorgung
Auch bei der Energieversorgung werden hohe Anforderungen gestellt. Die Gebäude sollen über Fernwärme versorgt werden. Nach Angaben der Stadt soll die Fernwärme bis 2045 klimaneutral werden. Ergänzend sind Photovoltaikanlagen und hohe Energieeffizienzstandards für die neuen Gebäude vorgesehen. Die energetischen Vorgaben sind Teil des Gesamtkonzepts und sollen über die Grundstücksvergabe und das anschließende Bestgebotsverfahren abgesichert werden.
Mobilität
Das Quartier soll nicht vollständig auf den privaten Pkw ausgerichtet werden. Vorgesehen sind verkehrsberuhigte Straßen, moderne Fahrradabstellanlagen und eine Mobilstation mit Leihrädern und weiteren Sharing-Angeboten. Auch die Nähe zur U35 sowie zu verschiedenen Buslinien spielt eine wichtige Rolle. Dadurch sollen die Bewohnerinnen und Bewohner kurze Wege möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder Sharing-Angeboten zurücklegen können.
Für die angrenzende Erich-Kästner-Gesamtschule ist außerdem eine größere Fahrradabstellanlage vorgesehen. Geplant sind rund 300 Fahrradstellplätze, teilweise überdacht und mit Lademöglichkeiten für E-Bikes und Pedelecs.
Stiepeler Straße wird grundlegend umgebaut
Parallel zur Entwicklung des Quartiers wird auch die Stiepeler Straße neu geplant. Die wichtige Verbindung zwischen dem Kirchviertel, dem Gesundheitscampus und dem Lottental befindet sich laut Stadt in einem sanierungsbedürftigen Zustand und soll deshalb umfassend umgebaut werden.
Mit dem Bebauungsplan Nr. 1043 „Ausbau Stiepeler Straße“ soll die Straße an die heutigen Anforderungen angepasst werden. Neben der Sanierung steht insbesondere die Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs im Mittelpunkt. Auch barriereärmere Bushaltestellen und eine bessere Führung des Radverkehrs sind Bestandteil der Planung.
Zwei neue Kreisverkehre geplant
Ein wichtiger Bestandteil der neuen Verkehrsplanung sind zwei Kreisverkehre. Einer soll an der Kreuzung Stiepeler Straße / Markstraße entstehen, der zweite an der Stiepeler Straße / Straße Gesundheitscampus.
Damit soll die Anbindung des neuen Wohnquartiers sowie des angrenzenden Gesundheitscampus verbessert werden. Die beiden Kreisverkehre sind Teil des geplanten Umbaus der Stiepeler Straße und stehen damit in engem Zusammenhang mit der Entwicklung des neuen Quartiers.
Die Stadt hat die Öffentlichkeit im April und Mai 2026 an der Planung beteiligt. Die Planungen befinden sich damit weiterhin in der Vorbereitungs- beziehungsweise Genehmigungsphase; ein konkreter Baubeginn für den Ausbau der Stiepeler Straße ist derzeit noch nicht angegeben.
Städtebauliche Einordnung
Das Quartier schließt eine große städtebauliche Lücke zwischen den bestehenden Wohngebieten von Querenburg und Wiemelhausen sowie dem Gesundheitscampus. Die Fläche des ehemaligen Schulstandortes lag nach Aufgabe der ursprünglichen Nutzung über Jahre brach. Die Planungen für eine neue Nutzung reichen bereits bis 2007 zurück.
Seit 2015 existiert ein informeller Rahmenplan, der 2022 an die aktuellen Anforderungen der Bochumer Stadtentwicklung angepasst wurde. Daraus entstand der städtebauliche Entwurf, der heute die Grundlage für den Bebauungsplan bildet. Mit der neuen Bebauung wird die Fläche erstmals wieder vollständig in das Stadtgefüge integriert.
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| Bild: Pesch Partner Architektur Stadtplanung GmbH |
Bauchronologie
2007: Erste Planungen für eine Neunutzung des ehemaligen Schulstandortes.
2015: Informeller Rahmenplan für das Gebiet.
2019: Die alte Turnhalle der Erich-Kästner-Schule brennt ab.
2022: Überarbeitung des städtebaulichen Rahmenplans und Anpassung an die aktuellen Anforderungen der Bochumer Stadtentwicklung.
2024: Der Bebauungsplan Nr. 862 wird vom Rat der Stadt Bochum beschlossen und anschließend rechtsverbindlich.
2025: Beginn der Herrichtung des ehemaligen Schulgeländes und Vorbereitung der Erschließung.
2026: Vergabe der Kanal- und Straßenbauarbeiten durch NRW.URBAN. Die Stadt startet außerdem die Vermarktung der Grundstücke für Investoren.
Ende 2026: Nach aktuellem Stand sollen die ersten Hochbaumaßnahmen beginnen.
Quellen:
Offizielle Projektseite der Stadt Bochum – Quartier am Gesundheitscampus
Texte mit Hilfe von KI erstellt


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