Donnerstag, 3. September 2026

Schulzentrum Nord in Gerthe: Neubau für Gymnasium und Realschule

Neues Schulzentrum für Bochum-Gerthe nimmt Gestalt an

Im Bochumer Stadtteil Gerthe entsteht derzeit ein neues Schulzentrum für den Bochumer Norden. Der Neubau wird künftig das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium und die Anne-Frank-Realschule aufnehmen. Zusätzlich werden das Innovationszentrum Schule und Technik (IST) sowie die Stadtteilbücherei Gerthe in den neuen Gebäudekomplex integriert.

Das Projekt gehört zu den größeren Schulbauvorhaben der Stadt Bochum. Auf rund 26.000 Quadratmetern entsteht ein moderner Bildungscampus, der nicht nur für den Schulbetrieb ausgelegt ist, sondern sich auch für Vereine und die Bevölkerung des Stadtteils öffnen soll.

Architekturwettbewerb und Siegerentwurf

Die Planungen für das neue Schulzentrum reichen bis ins Jahr 2018 zurück. Damals wurde ein Architekturwettbewerb durchgeführt, an dem insgesamt elf Entwürfe beteiligt waren.

Den ersten Preis erhielt das Essener Architekturbüro Brüning Rein. Der Siegerentwurf sieht einen rund 198 Meter langen, langgestreckten Gebäudekomplex vor, der am nördlichen Rand des Grundstücks positioniert wird.

Dadurch entsteht auf der Südseite eine großzügige Grünfläche. Der sogenannte Campuspark soll das Schulgebäude mit dem Stadtteil verbinden und gleichzeitig Aufenthalts- und Begegnungsmöglichkeiten schaffen.

Bild: Architekten Brüning Büchter


Projektdaten

ProjektSchulzentrum Nord
StandortBochum-Gerthe
NutzerHeinrich-von-Kleist-Gymnasium, Anne-Frank-Realschule
Weitere EinrichtungenIST, Stadtteilbücherei Gerthe
Flächeca. 26.000 m²
Länge des Gebäudesca. 198 m
BauweiseStahlbetonmassivbau
Geschosse1 Untergeschoss + 4 Obergeschosse
PV-Anlage220 Module / ca. 600 m²
Stromerzeugungca. 79.000 kWh/Jahr
GrundsteinlegungMärz 2023
RichtfestNovember 2024
EinzugSommer 2026
Kostenrund 120 Mio. €
StatusFertiggestellt



Schulgebäude mit flexibler Raumstruktur

Der Neubau wird in Stahlbetonmassivbauweise mit einem Untergeschoss und vier Obergeschossen errichtet. Die oberen Geschosse werden über mehrere Treppenhäuser erschlossen, zwei davon verfügen zusätzlich über Aufzüge.

Die Bereiche des Gymnasiums und der Realschule werden innerhalb des Gebäudes getrennt organisiert. Gleichzeitig ist die Gebäudestruktur so konzipiert, dass Räume bei veränderten Schülerzahlen oder pädagogischen Anforderungen künftig anders genutzt werden können.

Ein prägendes Element der Architektur sind die ausschwingenden und teilweise transparenten Fassaden. Das zurückgesetzte Erdgeschoss mit seiner vorgestellten Stützenreihe soll dem langen Baukörper eine leichtere Wirkung verleihen.

Aula, Mensa und Stadtteilbücherei

Das Erdgeschoss übernimmt eine besondere Funktion. Hier werden zahlreiche Bereiche untergebracht, die von beiden Schulen gemeinsam genutzt werden können.

Im Zentrum befindet sich das gemeinsame Forum mit der Aula. Hinzu kommen unter anderem:

  • Mensa
  • Kulturraum für Veranstaltungen
  • Ganztagsbereiche
  • internationale Klassenräume
  • Musikräume
  • Lego-Education-Center
  • Stadtteilbücherei Gerthe
  • Café
  • flexibel nutzbare Veranstaltungsflächen

Ein Teil dieser Bereiche soll auch außerhalb des normalen Schulbetriebs für Vereine und Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen.

Damit soll das Schulzentrum nicht nur ein Bildungsstandort, sondern auch ein neuer Treffpunkt für Gerthe werden.

Nachhaltiges Energiekonzept

Auch beim Energiekonzept sind moderne Lösungen vorgesehen. Auf dem extensiv begrünten Flachdach befindet sich eine Photovoltaikanlage mit 220 Modulen.

Die Anlage nimmt eine Fläche von rund 600 Quadratmetern ein und soll voraussichtlich etwa 79.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Nach Angaben der Stadt entspricht dies ungefähr dem Jahresenergieverbrauch von 30 Privathaushalten.

Bauarbeiten schreiten voran

Die Grundsteinlegung fand im März 2023 statt. Im November 2024 konnte bereits das Richtfest gefeiert werden.

Die Dimensionen des Neubaus zeigen sich auch an den verbauten Materialien: Rund 5.000 Quadratmeter Fundamentbeton und etwa 11.000 Kubikmeter Stahlbeton für Decken, Wände und Stützen werden beziehungsweise wurden für das Gebäude benötigt. Hinzu kommt eine rund 6.000 Quadratmeter große Glasfassade.

Fotos: hanbrohat


Einzug der Schulen im Sommer 2026

Ursprünglich war die Fertigstellung des Schulzentrums für Ende 2025 vorgesehen. Nach dem aktuellen Stand sollen die beiden Schulen im Sommer 2026 in den Neubau einziehen.

Allerdings ist bereits vor der Eröffnung klar, dass das Schulzentrum an seine Kapazitätsgrenzen kommen wird. Die Schülerzahlen haben sich anders entwickelt als ursprünglich prognostiziert. Gleichzeitig haben sich die Anforderungen an Schulgebäude verändert.

Die ursprünglich vorgesehenen 32 Klassenräume für das Gymnasium und 27 Klassenräume für die Realschule werden zwar umgesetzt, zusätzliche Räume werden jedoch benötigt.

Übergangslösung für zusätzliche Klassen

Um den zusätzlichen Raumbedarf abzufangen, soll zunächst unter anderem der Spanische Pavillon auf dem Schulgelände genutzt werden.

Langfristig könnten weitere Räume im Zusammenhang mit einer geplanten neuen Dreifachsporthalle entstehen. Mit deren Fertigstellung wird allerdings frühestens im Jahr 2032 gerechnet.

Auch das zdi-Netzwerk, das bislang am Standort untergebracht ist, soll vorübergehend ausgelagert werden.

Was passiert mit dem alten Schulgebäude?

Nach dem Umzug der Schulen soll das bestehende Schulgebäude abgerissen werden. Ein Vorschlag, den Altbau anschließend als Stadtteilmuseum zu nutzen, erhielt im Schulausschuss keine Mehrheit.

Der Neubau markiert damit gleichzeitig einen grundlegenden Wandel des bisherigen Schulstandorts in Gerthe.



Aktueller Baufortschritt

Update 03.09.2026 | Schulzentrum Bochum-Nord fertiggestellt und eröffnet

Nach mehr als acht Jahren seit dem Architekturwettbewerb ist das neue Schulzentrum Bochum-Nord in Bochum-Gerthe fertiggestellt. Am Mittwoch, den 2. September 2026, wurde der Neubau zum Start des neuen Schuljahres offiziell eröffnet. Damit ist aus dem 2018 vorgestellten Wettbewerbsentwurf nun ein neuer Bildungs- und Begegnungsort für den Bochumer Norden geworden.

Rund 1.500 Schülerinnen und Schüler besuchen künftig das neue Schulzentrum. Unter einem gemeinsamen Dach befinden sich die Anne-Frank-Realschule und das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium. Ergänzt wird das Bildungszentrum durch die Stadtteilbücherei Gerthe sowie das zdi-Netzwerk MINT.BOchum mit seinem Schülerlabor.

Die Stadt Bochum investierte rund 119,2 Millionen Euro in den Neubau. Damit gehört das Schulzentrum zu den größten Bildungsinvestitionen in der Geschichte der Stadt. Der rund 198 Meter lange Gebäuderiegel verfügt über etwa 26.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Beim Bau wurden unter anderem rund 5.000 Kubikmeter Fundamentbeton, 11.000 Kubikmeter Stahlbeton sowie etwa 6.000 Quadratmeter Glasfassade verbaut.

Architektonisch folgt das Gebäude weiterhin dem Grundgedanken des ursprünglichen Siegerentwurfs des Essener Büros Brüning Rein. Das langgestreckte Gebäude öffnet sich mit seinen geschwungenen und überwiegend transparenten Fassaden zum Schulhof. Das zurückgesetzte Erdgeschoss wird von einer markanten Stützenreihe getragen und schafft einen großzügigen, offenen Eingangsbereich.

Im Zentrum des Gebäudes befindet sich das gemeinsame Forum, das gleichzeitig als Aula für beide Schulen dient. Es stellt eine Verbindung zwischen dem Inneren des Schulzentrums und der Heinrichstraße her und verfügt über einen zusätzlichen Zugang von der Straße.

Im westlichen Gebäudeteil befinden sich die Mensa und ein angrenzender Kulturraum. Östlich des Forums schließen unter anderem die Bereiche für den Ganztag, Hauswirtschaft und internationale Klassen sowie ein von der Musikschule mitnutzbarer Raum an. Ebenfalls hier befindet sich das Schülerlabor des zdi-Netzwerks MINT.BOchum. Am östlichen Ende des Erdgeschosses ist die Stadtteilbücherei Gerthe integriert. Sie soll voraussichtlich Ende September beziehungsweise Anfang Oktober 2026 für die Öffentlichkeit öffnen.

Die drei Obergeschosse beherbergen die eigentlichen Lernbereiche. Die Anne-Frank-Realschule ist im westlichen Gebäudeteil untergebracht, während das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium den östlichen Gebäudeteil nutzt. Insgesamt fünf Treppenhäuser erschließen die oberen Geschosse; zwei davon verfügen über Aufzüge und ermöglichen eine barrierefreie Erreichbarkeit.

Ein wesentliches Merkmal des Konzeptes ist die flexible Nutzung. Die Klassenbereiche sind als sogenannte Cluster organisiert und verfügen neben den Klassenräumen über Differenzierungs-, Vorbereitungs- und Nebenräume. Die flexible Grundstruktur soll es ermöglichen, das Gebäude auch langfristig an veränderte Schülerzahlen und pädagogische Konzepte anzupassen.

Auch bei der Gebäudetechnik wurde auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gesetzt. Auf rund 600 Quadratmetern Dachfläche sind 220 Photovoltaikmodule installiert. Die Anlage soll jährlich rund 79.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Auf dem Dach befinden sich außerdem die zentralen Kälte- und Lüftungsanlagen.

Für die Beheizung und Kühlung kommt eine Betonkernaktivierung zum Einsatz. Dabei verlaufen Heiz- und Kühlleitungen direkt in den Betondecken. Die massive Betonkonstruktion kann dadurch Wärme beziehungsweise Kälte speichern und zeitversetzt an die Räume abgeben. Im Winter sorgt das System für eine energieeffiziente Beheizung, während im Sommer eine sanfte Kühlung der Unterrichts- und Aufenthaltsbereiche möglich ist.

Mit der Eröffnung ist allerdings noch nicht die gesamte Entwicklung des Areals abgeschlossen. Der bisherige Schulaltbau gegenüber dem Neubau soll noch abgerissen werden. Darüber hinaus sind im Umfeld weitere Maßnahmen vorgesehen, darunter Sporteinrichtungen und die weitere Gestaltung der Außenflächen. Das Areal soll damit schrittweise zu einem größeren Bildungs-, Sport- und Begegnungsstandort für Gerthe entwickelt werden. (Quelle)

Foto: Stadt Bochum


Update 27.08.2026

Schulzentrum Nord in Bochum-Gerthe fertig – Abriss des Altbaus folgt

Nach rund fünf Jahren Bauzeit ist das neue Schulzentrum Nord an der Heinrichstraße in Bochum-Gerthe fertiggestellt. Nach den Sommerferien ziehen rund 1.500 Schülerinnen und Schüler des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums und der Anne-Frank-Realschule in den Neubau ein. Die offizielle Eröffnung ist für den 2. September 2026 vorgesehen.

Auf rund 26.000 Quadratmetern Fläche entstanden moderne Unterrichts- und Gemeinschaftsbereiche. Zum Schulzentrum gehören außerdem die Stadtteilbücherei Gerthe und das Netzwerk „Zukunft durch Innovation“.

Die Baukosten belaufen sich inzwischen auf rund 120 Millionen Euro. Ursprünglich war der Neubau mit etwa 50 Millionen Euro kalkuliert worden.

Mit der Fertigstellung ist das Projekt jedoch noch nicht abgeschlossen. Der verbliebene rund 50 Jahre alte Schulkomplex wird zunächst schadstoffsaniert und anschließend bis Ende 2027 abgerissen.

Auch danach wird weitergebaut: Auf dem Gelände ist eine neue Dreifachsporthalle geplant. Zudem ist technisch die Errichtung eines Lehrschwimmbeckens unterhalb der Halle möglich. Eine Entscheidung über die Umsetzung steht noch aus.

Bereits zum Schulstart zeigt sich außerdem ein zusätzlicher Raumbedarf. Vier Räume im sogenannten „Spanischen Pavillon“ sollen deshalb zunächst als Unterrichtsräume genutzt werden. Später könnten drei weitere Klassenräume in das Gebäude der neuen Sporthalle integriert werden.

Baufortschritt: Neubau fertiggestellt – Bezug zum Schuljahr 2026/27, anschließend Abriss des Altbaus und weitere Entwicklung des Schulcampus.

Quelle: WAZ, 27.08.2026 – „Für 120 Millionen Euro: Bochums wohl modernstes Schulgebäude ist fertig“ (Paywall)


Stand Januar 2026: 

Das neue Schulzentrum Nord befindet sich in der Fertigstellungsphase. Der Einzug des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums und der Anne-Frank-Realschule ist für den Sommer 2026 vorgesehen.

Mit dem Neubau entsteht in Gerthe ein großer Bildungs- und Stadtteilstandort, der Unterricht, Kultur, Freizeit und öffentliche Nutzungen miteinander verbinden soll.



Texte mit Hilfe von KI erstellt

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