Samstag, 12. Mai 2018

Neubau Schulzentrum Gerthe | In Planung

Der Sieger des Architekturwettbewerbs für das Schulzentrum Nord im Bochumer Stadtteil Gerthe steht fest. Wer das Preisgericht für den eigenen Entwurf gewinnen konnte, erfuhr die Bochumer Öffentlichkeit am Freitag, den 23. März 2018, im Technischen Rathaus der Stadt. Mit dem ersten Preis ehrte die Jury den Neubauentwurf des Essener Architektenteams Brüning Rein. Die Architekten überzeugten mit einem zukunftsweisenden, flexiblen und zugleich wirtschaftlichen Schulzentrum-Neubau und punkteten mit ihrem städtebaulichen Gesamtkonzept für einen grünen Campus im Stadtteil. Insgesamt elf Architekturvorschläge für das Schulzentrum des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums und der Anne-Frank-Realschule im Bochumer Norden waren zuvor eingereicht worden. Am 20. März 2018 hatte ein Preisgericht, zusammengesetzt aus unterschiedlichen Fachleuten, darunter Vertreter der Stadt Bochum, der Politik und dem Bereich Schule, über die Entwürfe entschieden.

Als kraftvolles, langgestrecktes Gebäude habe man das Schulzentrum entworfen, erklärt Julian Büchter, einer der geschäftsführenden Gesellschafter des Essener Siegerbüros Brüning Rein. Neben Gymnasium und Realschule beherbergt das Gebäude auch eine Stadtteilbücherei und das sogenannte IST, das Innovationszentrum Schule-Technik. „Es ging uns um eine belastbare, zugleich sehr flexible Gebäudestruktur, die zukünftig Veränderungen der einzelnen Schulen und ihrer pädagogischen Konzepte möglich macht“, sagt Büchter und ergänzt: „Im Innern bildet unser Gebäude eine spannungsvolle Abfolge öffentlicher Plätze und differenzierter, halböffentlicher Bereiche – bis in die Privatheit der Schulklassen. Unterschiedliche Orte der Kommunikation schaffen Angebote zum Verweilen, zur Begegnung und zur Bildung wohltuender Gemeinschaft.“

Als Bau, der den Stadtteil präge, beschreibt Eckart Kröck, Leiter des Amtes für Stadtplanung, den Essener Entwurf und spricht bereits vom wichtigsten Gebäude des Stadtteils – einem mutigen Entwurf. Ein Architekturkonzept, das sich Schülern und Bürgern des Stadtteils gleichermaßen öffne, bestätigt auch Arndt Brüning, geschäftsführender Gesellschafter des Preisträgerbüros. „Die angedachte neue Schul- und Stadtteilbibliothek könnte die Begegnung der Bürger mit den Schulen fördern“, betont Brüning. „Es gibt Ganztags- und Multifunktionsbereiche, eine Turnhalle für Sportvereine, einen Bolzplatz und einen ganzen Park, der auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.“ Dieser großzügige, grüne Campuspark, wie ihn die die Architekten des Siegerentwurfes nennen, erntete auch das Lob der Bürger. Durch die Positionierung des Gebäudekörpers am nördlichen Rand des Grundstückes sei diese große Freifläche im Süden entstanden, wobei die vorhandene Topografie wie selbstverständlich in die Erdgeschosszone integriert werde. Sie schaffe fließende Übergänge zwischen Innenraum und Außenraum, so das Preisgericht. Das Gebäude erscheine durch die weiß beschichtete und in Teilen bedruckte Glasfassade als heller, lichter Baukörper. Durch das Farbenspiel und die Stützen im Erdgeschoss werde zudem eine optische Verwebung mit dem vorhandenen Baumbestand erreicht, freut sich die Jury.

Nach zuletzt sinkenden Anmeldezahlen an beiden Schulen blickt der Schulleiter des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums, Michael Braß, nun optimistisch in die Zukunft. Die Sorge vor Umbau und Sanierungslärm hatten die Schülerzahlen in der Vergangenheit schrumpfen lassen, vermutet Braß. Er hoffe nun auf einen Neubau. Dann könne ein Umzug stattfinden, wenn der Neubau fertig sei. Der Siegerentwurf habe ihn zudem überzeugt – pädagogisch und menschlich. Eine Art Powerriegel für den Stadtteil und den Schulstandort. Und auch Martin Stempel, Leiter des Schulverwaltungsamtes, freut sich auf den geplanten Neubau: Der Tag der Siegerpräsentation sei ein besonderer Tag für die Bochumer Bildungslandschaft, den Stadtteil und die Schulen.

Pressemitteilung: Brüning Rein GmbH & Co. KG

Bild: Architekten Brüning Rein
 

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