Am Hellweg 3 im Gewerbepark Gerthe-Süd ist die neue Firmenzentrale der medmehr GmbH entstanden. Der Neubau verbindet die betrieblichen Funktionen des Unternehmens mit modernen Büro-, Schulungs- und Forschungsbereichen.
Der Gebäudekomplex besteht aus zwei klar voneinander getrennten Bereichen: einer Halle für Werkstatt und Lager sowie einem mehrgeschossigen Bürogebäude. Während in der Halle unter anderem Ersatzteile, Geräte und Anlagen gelagert werden und Elektro- sowie Hygienewerkstätten untergebracht sind, befinden sich im Bürogebäude Empfang, Schulungsräume und Arbeitsplätze.
Eine besondere Funktion übernimmt das „green health LAB“ im zweiten Obergeschoss. Das Reallabor dient als Test- und Forschungsumgebung für neue Konzepte rund um nachhaltige Gesundheitsbauten und gesunde Arbeits- und Lebenswelten. Vorgesehen beziehungsweise umgesetzt sind unter anderem realitätsnahe Muster- und Patientenzimmer, in denen verschiedene Situationen vor dem Einsatz in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Hospizen getestet werden können.
![]() |
| Bild: GEwerk GmbH |
Projektdaten
Projekt: Neubau Betriebsgebäude medmehr / green health LAB
Bauherr: medmehr GmbH
Standort: Am Hellweg 3, 44805 Bochum-Gerthe
Gebiet: Gewerbepark Gerthe-Süd
Spatenstich: 19. Dezember 2022
Fertigstellung: 2024
Architektur/Planung: next-Arch
Bauart: Massivbau / Stahlkonstruktion
Gebäudeteile: Bürogebäude und Halle
Nutzung: Verwaltung, Schulung, Lager, Werkstätten und Reallabor
Besonderheit: green health LAB
Aktueller Status: fertiggestellt und in Betrieb
Zwei Gebäudeteile für unterschiedliche Funktionen
Das Betriebsgebäude ist funktional in zwei Bereiche gegliedert: eine Halle für Werkstatt und Lager sowie ein mehrgeschossiges Bürogebäude. Die Halle übernimmt vor allem die technischen und logistischen Aufgaben des Unternehmens. Hier befinden sich Lagerflächen für Ersatzteile, Geräte und Anlagen sowie eine Elektro- und Hygienewerkstatt. Ergänzt wird der Bereich durch einen Hygieneraum, Sanitär- und Aufenthaltsräume sowie weitere technische Nebenräume.
Das Bürogebäude ist stärker auf Verwaltung, Kommunikation, Schulung und Forschung ausgerichtet. Im Erdgeschoss befinden sich der Empfang sowie Schulungs- und Veranstaltungsbereiche. Das 1. Obergeschoss wurde als offene Bürofläche mit zusätzlichen Rückzugs- und Besprechungsmöglichkeiten konzipiert. Im 2. Obergeschoss befindet sich das eigentliche Herzstück des Neubaus: das green health LAB.
Das green health LAB
Das Reallabor ist keine klassische Büro- oder Forschungsfläche. Vielmehr soll es ermöglichen, neue Konzepte für Gesundheitsgebäude und zukünftige Lebens- und Arbeitswelten unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zu testen.
Die Idee entstand aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten von medmehr. Einen wichtigen Impuls gab das Forschungsprojekt „Bettenmanagement 4.0“. Durch die Erfahrungen während der Pandemie entstand zusätzlich der Bedarf, reale Situationen simulieren und neue Lösungen vor ihrem Einsatz in Einrichtungen testen zu können.
Im green health LAB können deshalb beispielsweise unterschiedliche Raum- und Nutzungssituationen untersucht werden. Geplant beziehungsweise umgesetzt wurden unter anderem:
- Muster- und Bewohnerzimmer
- Räume für Schulungen und Wissenstransfer
- Experimentier- und Testräume
- Bereiche für Hygieneuntersuchungen
- Therapieflächen
- ein Showroom
- Räume für Workshops und Veranstaltungen
- Trainingsmöglichkeiten für Medizintechnik
- Außenflächen für einen Therapie- beziehungsweise Demenzgarten
Damit reicht das Konzept über die eigentliche Firmenzentrale hinaus. Das gesamte Grundstück soll als Test- und Entwicklungsumgebung für nachhaltige und ganzheitliche Gesundheitsbauten dienen.
Architektur und Gebäudeaufteilung
Architektonisch folgt der Neubau vor allem einer klaren funktionalen Trennung. Halle und Bürogebäude bilden einen gemeinsamen Unternehmensstandort, übernehmen jedoch unterschiedliche Aufgaben. Die Halle ist auf Lagerung, technische Arbeiten und Werkstattbetrieb ausgelegt. Das mehrgeschossige Bürogebäude besitzt dagegen eine repräsentativere Nutzung mit Empfang, Schulungsräumen und offenen Arbeitsbereichen.
Besonders interessant ist die vertikale Organisation des Bürotraktes:
Erdgeschoss: Empfang, Wissenstransfer, Showroom, Schulungs- und Veranstaltungsbereiche
1. Obergeschoss: offene Bürofläche, Kommunikations- und Besprechungsbereiche sowie Rückzugsmöglichkeiten
2. Obergeschoss: green health LAB mit Experimentier- und Testräumen
Die Planung verbindet damit klassische Funktionen einer Firmenzentrale mit den Anforderungen eines Forschungs- und Reallaborstandortes. GEwerk beschreibt das Gebäude als Kombination aus industriellen und repräsentativen Anforderungen. Als Bauart werden Massivbau und Stahlkonstruktion angegeben.
![]() |
| Bilder: Next-Arch |
Nachhaltigkeit als Bestandteil des Gebäudekonzepts
Das Thema Nachhaltigkeit beschränkt sich bei dem Projekt nicht auf einzelne technische Maßnahmen. Es ist eng mit der Nutzung des Gebäudes verbunden. Im green health LAB sollen beispielsweise Lösungen für nachhaltiges Bauen und Betreiben von Gesundheitseinrichtungen sowie für gesunde Arbeits- und Lebensräume untersucht werden.
Auch medmehr selbst verfolgt eine Nachhaltigkeitsstrategie. Das Unternehmen nennt unter anderem die Reduzierung von CO₂-Treibern, Digitalisierung, ressourcenschonendes Arbeiten und eine umweltgerechte Entsorgung von Medizintechnik als Bestandteile dieser Strategie.
Das Gebäude dient damit gleichzeitig als Firmenzentrale und als praktische Testumgebung für die Themen, mit denen sich medmehr beschäftigt.
Neuer Standort für ein wachsendes Unternehmen
medmehr wurde 2016 mit zunächst zwei Technikern und fünf Kunden gegründet. Zum Zeitpunkt des Spatenstichs Ende 2022 beschäftigte das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 25 Mitarbeiter und betreute fast 400 Einrichtungen beziehungsweise Kunden, vor allem aus dem Gesundheitswesen.
Der Neubau sollte deshalb nicht nur neue Büroflächen schaffen, sondern dem Unternehmen auch Raum für weiteres Wachstum und Forschung geben. Mit dem Umzug 2024 wurde dieses Ziel umgesetzt. Der neue Standort Am Hellweg 3 ist heute die Bochumer Firmenzentrale von medmehr.
Das Reallabor ist inzwischen in Betrieb
Das green health LAB blieb nach Fertigstellung nicht nur Bestandteil der ursprünglichen Planung, sondern wird tatsächlich genutzt. Bereits im April 2024 stellte medmehr das Reallabor auf der DMEA in Berlin vor. Im Oktober 2024 fand zudem ein Health Founders Ruhr Meetup direkt in den Räumen des neuen green health LAB statt.
Auch 2026 wird das Reallabor weiterentwickelt. Im Juli 2026 berichtete medmehr über eine vorbereitete Mezzanine für das Projekt „Lebensräume im Alter“. Zudem ist das green health LAB weiterhin in Netzwerke und Projekte rund um Gesundheit, Urban Health und nachhaltige Lebenswelten eingebunden.
Bauchronologie
2016 - medmehr wird mit zwei Technikern und fünf Kunden gegründet.
2022 - Planung und Vorbereitung der neuen Firmenzentrale in Gerthe-Süd.
19.12.2022 - Spatenstich für das neue Bürogebäude mit Halle und das green health LAB.
2023 - Bauphase des neuen Betriebsgebäudes; parallel wird das Konzept des Reallabors weiterentwickelt.
![]() |
| Fotos: hanbrohat / Mai 2023 |
2024 - Fertigstellung des Neubaus und Umzug von medmehr in die neue Firmenzentrale.
April 2024 - Präsentation des green health LAB auf der DMEA in Berlin.
Oktober 2024 - Health Founders Ruhr Meetup im neuen Reallabor.
2026 - Das green health LAB ist weiterhin in Betrieb und wird unter anderem mit neuen Projekten und einer Mezzanine weiterentwickelt.
Quellen:







Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen