Unterhalb der Jahrhunderthalle entsteht derzeit eines der wichtigsten Neubauprojekte des Deutschen Bergbau-Museums Bochum: ein neues Forschungs- und Depotgebäude an der Gahlenschen Straße. Der Neubau soll künftig die umfangreichen Sammlungen des Museums aufnehmen und gleichzeitig moderne Arbeitsbedingungen für Forschung, Archiv und Sammlung schaffen.
Nach rund zwei Jahren Bauzeit befindet sich das Gebäude inzwischen in der Schlussphase. Der Innenausbau läuft, zahlreiche Gewerke arbeiten parallel. Die Fertigstellung ist bis Ende 2026 vorgesehen. Für März 2027 ist anschließend die große Eröffnung geplant.
Forschungs- und Depotgebäude für das montan.dok
Das neue Gebäude ist für das Montanhistorische Dokumentationszentrum (montan.dok) des Deutschen Bergbau-Museums bestimmt. Dort werden künftig große Teile der umfangreichen Sammlungen zentral untergebracht. Dazu gehören rund 350.000 Objekte, mehr als 350 Archivbestände und über 30 Spezialsammlungen. Hinzu kommen rund sieben Regalkilometer Archivmaterial, etwa 85.000 Bücher und Zeitschriften sowie rund 150.000 Fotografien.
Die Bestände befinden sich bislang teilweise an verschiedenen Standorten. Mit dem Neubau sollen sie künftig an einem zentralen Ort zusammengeführt und unter modernen konservatorischen Bedingungen gelagert werden.
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| Bild: Campus + Partner |
Projektdaten
Projekt: Forschungs- und Depotgebäude des Deutschen Bergbau-Museums Bochum
Standort: Gahlensche Straße / Westpark, Bochum
Nutzung: Forschung, Archiv, Bibliothek, Sammlung und Depot
Bauherr/Träger: Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Architektur: Carpus + Partner AG, Aachen
Grundstück: rund 8.000 m²
Nutzfläche: rund 8.500 m²
Sammlung: rund 350.000 Objekte
Archiv: mehr als 350 Bestände / rund sieben Regalkilometer
Bibliothek: rund 85.000 Bücher und Zeitschriften
Fotothek: rund 150.000 Fotografien
Arbeitsplätze: 52
Klimazonen: 4
Investition: rund 40 Millionen Euro
Baubeginn: Juli 2024
Fertigstellung: Ende 2026 geplant
Eröffnung: März 2027 geplant
Architektur mit zwei unterschiedlichen Gebäudeteilen
Der Entwurf stammt vom Aachener Architekturbüro Carpus + Partner AG. Das Gebäude besteht aus einem massiven Sockel und zwei darüber angeordneten Baukörpern. Der Depotbereich wird durch großflächige Klinkerflächen geprägt und nimmt damit Bezug auf die industrielle Geschichte des Standorts und die benachbarte Jahrhunderthalle.
Der Forschungsbereich ist dagegen deutlich transparenter gestaltet. Glasflächen und moderne Fassadenelemente geben diesem Gebäudeteil ein leichteres Erscheinungsbild. Verbunden werden die Gebäudeteile durch einen begrünten Bereich. Bereits in der ursprünglichen Planung war außerdem eine Dachgartenlandschaft vorgesehen.
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| Bild: Campus + Partner |
Schwerlast-Depot für Bergbauobjekte
Eine besondere Herausforderung des Neubaus sind die teilweise extrem schweren Sammlungsobjekte. Einige historische Maschinen und Ausstellungsstücke wiegen mehrere Tonnen. Deshalb wurden besonders tragfähige Bodenflächen vorgesehen. Im Erdgeschoss ist bereits eine zusätzliche lasttragende Bodenplatte eingebaut worden, die für die schweren Bergbauobjekte ausgelegt ist.
Auch die Raumhöhen des Depots wurden auf die besonderen Anforderungen der Sammlung abgestimmt. Für die unterschiedlichen Materialien entstehen außerdem vier Klimazonen. So können beispielsweise empfindliche Holz- und Papierbestände unter anderen Bedingungen gelagert werden als Objekte aus Stahl. Das Depot wird zudem nicht nur für den heutigen Bestand ausgelegt. Die Flächen bieten Platz für ein weiteres Sammlungswachstum von rund 30 Prozent.
Neue Arbeitsplätze für Forschung und Wissenschaft
Neben den Depotflächen entstehen moderne Arbeits- und Forschungsbereiche. Insgesamt sind 52 Arbeitsplätze vorgesehen. Dort sollen überwiegend Beschäftigte des Museums aus den Bereichen Sammlung, Archiv und Forschung arbeiten.
Geplant sind Einzel- und Doppelbüros sowie offene Arbeitsbereiche. Die Arbeitsplätze liegen weitgehend an den Außenbereichen des Gebäudes und erhalten dadurch Tageslicht. Archiv, Bibliothek und Fotothek befinden sich dagegen in geschützteren Bereichen des Gebäudes. Auch externe Wissenschaftler und interessierte Forscher sollen künftig mit den Beständen arbeiten können. Dafür entstehen unter anderem ein Leseraum und Recherchebereiche.
Aktueller Baufortschritt Oktober 2026
Der Neubau befindet sich inzwischen deutlich sichtbar in der letzten Bauphase. Im Gebäude laufen zahlreiche Arbeiten gleichzeitig. Rund zwölf Unternehmen sind derzeit parallel auf der Baustelle tätig. Dazu gehören unter anderem Arbeiten an der Lüftung, der Elektroinstallation sowie an Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik.
Teilweise sind bereits die Leitungen der Fußbodenheizung sichtbar. Der Lastenaufzug ist dagegen noch nicht fertiggestellt. Nach Angaben des Projektleiters konzentrieren sich die Arbeiten inzwischen auf die letzten zehn Prozent des Bauvorhabens. Gerade in dieser Phase müssen die einzelnen Gewerke eng aufeinander abgestimmt werden. Die Fertigstellung ist weiterhin bis Ende 2026 vorgesehen.
Schwieriger Baugrund verzögerte den Start
Der Neubau entsteht auf einem Gelände, das früher zur Bochumer Stahlproduktion gehörte. Der Baugrund erwies sich deshalb als anspruchsvoll. Zusätzlich musste das Grundstück auf mögliche Kampfmittel untersucht werden. Die Suche wurde durch eisenhaltige Schlacken im Untergrund erschwert, die bei den Untersuchungen teilweise zu Fehlanzeigen führten.
Auch die Gründung musste an die besonderen Bedingungen des Grundstücks angepasst werden. Bereits während der Bauvorbereitung waren deshalb umfangreiche Untersuchungen des Untergrunds erforderlich.
Rund 40 Millionen Euro Investition
Für das Forschungs- und Depotgebäude werden rund 40 Millionen Euro investiert. Die Finanzierung erfolgt über öffentliche Mittel von Bund und Land. Das Gebäude ist ein wichtiger Bestandteil der Weiterentwicklung des Deutschen Bergbau-Museums und soll langfristig bessere Bedingungen für die Bewahrung, Erforschung und Digitalisierung der montanhistorischen Sammlungen schaffen.
Umzug der Sammlungen ab 2027
Nach der Fertigstellung soll der Umzug der umfangreichen Bestände beginnen. Für das Museum bedeutet das einen erheblichen organisatorischen Aufwand: Rund 350.000 Objekte müssen aus ihren bisherigen Lagerorten in das neue Depot gebracht und dort systematisch eingelagert werden.
Mit der großen Eröffnung des neuen Forschungs- und Depotgebäudes wird derzeit im März 2027 gerechnet. Für die Öffentlichkeit wird das Gebäude allerdings nicht dauerhaft wie ein klassisches Museum zugänglich sein. Im Mittelpunkt stehen Forschung, Sammlung, Archivierung und die fachgerechte Bewahrung der Bestände.
Bauchronologie
2018: Erste Überlegungen für ein neues Forschungsgebäude mit wissenschaftlichem Depot an der Gahlenschen Straße.
2020: Das Projekt wird konkreter. Die Kosten werden zunächst mit rund 40 Millionen Euro angegeben. Gleichzeitig beginnen die Vorbereitungen für einen Architekturwettbewerb.
Januar 2021: Das Grundstück wird von NRW.URBAN an das Deutsche Bergbau-Museum beziehungsweise dessen Träger verkauft.
Oktober 2021: Der Sieger des Architekturwettbewerbs steht fest. Carpus + Partner aus Aachen erhält den Zuschlag für den viergeschossigen Neubau.
November 2021: Weitere Planungen zeigen unter anderem die Klinkerfassade des Depotbereichs und eine begrünte Dachlandschaft.
2022: Auf dem Grundstück beginnen erste Erdbewegungen und vorbereitende Arbeiten.
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| Fotos: hanbrohat / Mai 2023 |
März 2024: Die Bauvorbereitungen sind abgeschlossen. Untersuchungen des Baugrunds und auf mögliche Kampfmittel werden durchgeführt. Wegen der schwierigen Bodenverhältnisse wird eine Pfahlgründung vorgesehen.
19. Juli 2024: Der erste Spatenstich für das neue Forschungs- und Depotgebäude findet statt.
Januar 2025: Mit der Grundsteinlegung beginnen die Hochbauarbeiten. Das Gebäude wird auf einer aufwendigen Gründung errichtet.
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| Fotos: hanbrohat / 02/2025 |
November 2025: Nach rund zehn Monaten Bauzeit liegt das Projekt nach Angaben der damaligen Berichterstattung im Zeit- und Kostenplan. Der Rohbau nimmt sichtbar Gestalt an.
Januar 2026: Die Rohrbauarbeiten sind abgeschlossen. Der Sockel erhält seine dunkle Ziegelverkleidung. Die Fenster sollen als nächster größerer Bauabschnitt eingebaut werden.
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| Foto von Januar 2026 |
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| Foto von Mai 2026 |
Oktober 2026: Der Neubau befindet sich in der Schlussphase. Innenausbau und technische Installationen laufen parallel. Die Fertigstellung ist bis Ende 2026 vorgesehen.
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| Fotos: hanbrohat / 10/2026 |
März 2027: Für diesen Zeitraum ist die große Eröffnung des neuen Forschungs- und Depotgebäudes geplant.
Quellen
- Deutsches Bergbau-Museum Bochum: Informationen zum neuen Forschungs- und Depotgebäude – Projektdaten, Nutzfläche, Finanzierung, Architektur, Sammlungsbestände und aktueller Fertigstellungstermin.
- Deutsches Bergbau-Museum Bochum, 17.01.2025: Grundsteinlegung, 700 Rüttelstopfsäulen, Finanzierung von 39,9 Mio. Euro und Angaben zu Architektur und Nachhaltigkeit.
- Deutsches Bergbau-Museum Bochum, 18.10.2021: Siegerentwurf von Carpus + Partner, Standort, Nutzung und ursprüngliche Projektplanung.
- Deutsches Bergbau-Museum Bochum, 07.11.2025: Richtfest, abgeschlossener Rohbau, 8.500 m² Nutzfläche und Beginn des Innenausbaus.
- WAZ, 07.10.2026: Aktueller Baufortschritt, Innenausbau, rund zwölf beteiligte Unternehmen, schwieriger Baugrund, Fertigstellung Ende 2026 und geplante Eröffnung im März 2027.











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