Samstag, 24. Oktober 2026

Vonovia Ruhrstadion Bochum: Sanierung bis 2029

Das Vonovia Ruhrstadion an der Castroper Straße wird grundlegend saniert und modernisiert. Die Arbeiten haben 2026 begonnen und sollen bis Sommer 2029 abgeschlossen sein. Die Stadt Bochum investiert dafür nach bisheriger Planung rund 90 Millionen Euro. Das Stadion bleibt während der Bauphase grundsätzlich in Betrieb, allerdings müssen Fans mit gesperrten Tribünenbereichen, eingeschränkten Platzkapazitäten und veränderten Wegen rechnen.

Neben der Sanierung der bestehenden Stadionstruktur sind ein neues Parkhaus, eine zentrale Plaza vor der Osttribüne sowie Verbesserungen bei Kiosken, Sanitäranlagen und Zugängen vorgesehen. Ziel ist es, den traditionsreichen Spielort langfristig für den Profifußball zu sichern und gleichzeitig den Komfort für die Zuschauer zu verbessern.

Warum das Ruhrstadion saniert werden muss

Ausgangspunkt für das Projekt war eine technische Untersuchung aus dem Jahr 2022. Die vom Architekturbüro Albert Speer + Partner durchgeführte technische Due Diligence ergab dringenden Handlungsbedarf bei der Infrastruktur. Ohne umfangreiche Maßnahmen wäre der Stadionbetrieb nach der nächsten vorgeschriebenen technischen Überprüfung im Jahr 2029 gefährdet gewesen.

Bereits 2021 hatte der VfL Bochum gemeinsam mit AS+P mögliche Erweiterungen des Stadions untersuchen lassen. Dabei ging es unter anderem um bessere Eingänge, Parkmöglichkeiten, Sicherheitskonzepte und die Barrierefreiheit. Eine wesentliche Kapazitätserweiterung ließ sich jedoch nicht realisieren.

Die anschließende Planung konzentrierte sich deshalb auf die notwendige Instandsetzung und Modernisierung des Bestands. Die markante Grundform des Stadions soll erhalten bleiben. Die Arbeiten betreffen vor allem das Tragwerk, den Brandschutz, die technische Gebäudeausrüstung und die Besucherbereiche.


Bilder: BoSB mbH


Projektdaten

Projekt: Sanierung und Modernisierung des Vonovia Ruhrstadions
Standort: Castroper Straße, Bochum
Eigentümerin/Bauherrin: Stadt Bochum
Projektgesellschaft: Bochumer Sportstätten Besitzgesellschaft mbH (BoSB)
Pächter und Nutzer: VfL Bochum 1848
Totalunternehmer: Baugesellschaft Walter Hellmich GmbH
Voruntersuchung und Machbarkeitsstudie: Albert Speer + Partner (AS+P)
Projektkosten: rund 90 Millionen Euro
Aktuelle Kapazität: rund 26.000 Plätze
Kapazität nach Sanierung: rund 28.000 Plätze
Baubeginn der sichtbaren Hauptmaßnahmen: 2026
Geplante Fertigstellung: Sommer 2029
Besonderheiten: Sanierung bei laufendem Spielbetrieb, neues Parkhaus, Plaza an der Osttribüne, mehr Kioske und Sanitäranlagen, verbesserte Barrierefreiheit und erweiterte Umlaufbereiche


Planung und Projektorganisation

Im März 2024 beschloss der Rat der Stadt Bochum die Gründung einer eigenen Besitzgesellschaft und stellte Mittel für die Planung und Vorbereitung bereit. Die Stadt blieb Bauherrin, während die Bochumer Sportstätten Besitzgesellschaft mbH (BoSB) die Verantwortung für den Betrieb und die Weiterentwicklung des Stadions übernahm.

Die BoSB wurde im September 2024 gegründet. Der Pachtvertrag zwischen der Gesellschaft und dem VfL Bochum wurde bereits am 31. August 2024 unterzeichnet. Im Oktober 2024 wurde die sogenannte Funktionalplanung abgeschlossen. Sie umfasst die zwingend erforderlichen Sanierungsmaßnahmen und zusätzliche Verbesserungen für die Besucher. Im zweiten Halbjahr 2025 folgte die Ausschreibung der Bauleistungen.

Am 30. März 2026 wurde die Baugesellschaft Walter Hellmich GmbH als Totalunternehmer beauftragt. Sie übernimmt die Planung und Umsetzung der Modernisierungsmaßnahmen aus einer Hand.




Bilder: BoSB mbH


Erste Arbeiten und sichtbarer Baustart 2026

Noch vor Beginn der eigentlichen Hauptarbeiten wurden vorbereitende Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehörten die Reinigung und der Schutzanstrich der markanten Sichelbinder sowie die Umwandlung eines Kunstrasenplatzes auf dem Trainingsgelände in einen Naturrasenplatz mit Rasenheizung. Am 8. Juni 2026 wurde das Bauschild für die Stadionsanierung aufgestellt. Im Sommer begannen die sichtbaren Arbeiten im Stadionumfeld.

Zu den ersten Maßnahmen gehören ein neues Technikgebäude hinter der Westtribüne und Arbeiten im Bereich der Nordtribüne. Das Technikgebäude soll die Versorgung des Stadions mit Strom, Wasser, Daten und weiteren technischen Anschlüssen bündeln. Die bisherige Infrastruktur ist für die heutigen Anforderungen nicht mehr ausreichend. Auch die Arbeiten am neuen Parkhaus und an den Funktionsbereichen haben begonnen. Das Parkhaus soll vor allem die Parkmöglichkeiten im Stadionumfeld verbessern und unter anderem den VIP-Bereich unterstützen.

Neuerungen für Fans und Besucher

Die Sanierung beschränkt sich nicht auf die technische Instandsetzung. Auch der Aufenthalt im Stadion soll komfortabler werden.

Mehr Kioske und schnellere Versorgung

Die Zahl der Kioske soll von derzeit 17 auf künftig 21 steigen. Gleichzeitig wird die Zahl der Kassensysteme von 68 auf 132 nahezu verdoppelt. Ein neues Schanksystem mit großen Tanks soll die Getränkeversorgung beschleunigen und Wartezeiten reduzieren. Auch die Sanitäranlagen werden erneuert und erweitert. Insbesondere in der Ostkurve sind zusätzliche, ebenerdig erreichbare Toilettenanlagen für Frauen vorgesehen. Insgesamt sollen mehr Sanitärkapazitäten und eine bessere Verteilung der Anlagen für Entlastung sorgen.

Mehr Platz in den Umläufen

Die Wege- und Umlaufbereiche rund um die Tribünen werden erweitert. Dazu werden unter anderem Zaunanlagen verändert, um die Bewegungsflächen zu vergrößern und Engpässe zu reduzieren. Auch die Barrierefreiheit soll verbessert werden. Geplant sind unter anderem günstigere Zugangswege für Rollstuhlnutzerinnen und Rollstuhlnutzer sowie zusätzliche Stellmöglichkeiten für Rollatoren in der Nähe der Treppenaufgänge.

Neue Plaza vor der Osttribüne

Ein zentrales Element des Projekts ist die neue Plaza auf der Ostseite des Stadions. Sie soll künftig als zentraler Zugang für Heimfans dienen und den Einlass sowie den Aufenthalt vor und nach den Spielen verbessern. Geplant sind Aufenthaltsbereiche, gastronomische Angebote und ein neuer Fanshop. Die Plaza soll auch außerhalb der Spieltage als Begegnungsort nutzbar sein und das Stadion stärker mit seinem Umfeld verbinden. Zusätzlich ist ein neues Parkhaus vorgesehen. Rund um dieses Gebäude sollen insgesamt etwa 500 Fahrradabstellplätze an drei Standorten entstehen.

Stadionkapazität und Einschränkungen während der Bauzeit

Nach Abschluss der Sanierung soll das Ruhrstadion weiterhin rund 28.000 Plätze bieten. Das entspricht der baurechtlich zulässigen Höchstkapazität. Eine substanzielle Vergrößerung des Stadions ist nicht vorgesehen. Gleichzeitig soll sich die Verteilung zugunsten der Heimfans verändern: Nach Abschluss der Arbeiten sollen bei jedem Spiel mindestens 1.350 zusätzliche Plätze für Anhänger des VfL Bochum zur Verfügung stehen. Der bisherige Familienblock H2 soll wieder in einen Stehplatzbereich umgewandelt werden. Der Familienblock wird während der Umbauphase nach N2 verlegt.

Während der Saison 2026/27 wird mit einer reduzierten Kapazität von voraussichtlich rund 21.500 Plätzen gerechnet. Je nach Baufortschritt werden einzelne Tribünenbereiche gesperrt und Plätze zeitweise nicht verfügbar sein. Die Sanierung soll bei laufendem Spielbetrieb erfolgen. Der VfL Bochum bleibt damit an der Castroper Straße, muss sich aber über mehrere Spielzeiten auf Einschränkungen einstellen.

Hüpfverbot in der Ostkurve im Oktober 2026

Im Oktober 2026 kam eine zusätzliche Einschränkung hinzu. Nach Untersuchungen des Schwingungsverhaltens der Stehstufen wurde das gemeinsame, rhythmische Hüpfen in den Blöcken N2, O, P und Q der Ostkurve untersagt. Laut Mitteilung des VfL Bochum und der BoSB ist die Tragfähigkeit der Osttribüne gegeben. Bei synchronisierten Bewegungen vieler Zuschauer kann jedoch ein sogenannter Trampolineffekt entstehen, der starke Schwingungen und ein unangenehmes Gefühl auslösen kann.

Die Bauaufsichtsbehörde ordnete deshalb das Hüpfverbot zunächst als Alternative zu einer vollständigen Sperrung der Tribüne an. Der VfL muss die Einhaltung an Heimspieltagen kontrollieren. Der normale Torjubel ist von der Regelung ausdrücklich nicht betroffen. Mitte Oktober 2026 wurden außerdem weitere Schwingungs- und Belastungsmessungen im Gästebereich sowie in den Sitzplatzbereichen angekündigt. Gleichzeitig wird geprüft, ob die Sanierung der Osttribüne zeitlich vorgezogen werden kann. Die Osttribüne ist nach aktuellem Zeitplan für die Sanierung ab Anfang 2028 vorgesehen.


Bauablauf bis 2029

Der aktuelle Zeitplan sieht eine abschnittsweise Sanierung der Tribünen und den parallelen Ausbau der Infrastruktur vor.

2021: Beauftragung von AS+P mit einer Machbarkeitsstudie zu Erweiterungsoptionen und zur Verbesserung der Stadionerschließung.

2022: Eine technische Untersuchung stellt dringenden Sanierungsbedarf bei der Infrastruktur fest.

2023: Die Stadt und der VfL konkretisieren die geplanten Sanierungsmaßnahmen.

März 2024: Der Rat der Stadt Bochum beschließt die Gründung der BoSB und stellt Planungsmittel bereit.

September 2024: Die BoSB wird gegründet; die organisatorischen Voraussetzungen für die weitere Projektentwicklung werden geschaffen.

Oktober 2024: Abschluss der Funktionalplanung mit Schwerpunkt auf Tragwerk, Brandschutz, Haustechnik, Flutlicht und Verbesserungen für Besucher.

Zweites Halbjahr 2025: Ausschreibung der Leistungen für einen Totalunternehmer.

30. März 2026: Die Baugesellschaft Walter Hellmich GmbH wird als Totalunternehmer beauftragt.

Juni 2026: Das Bauschild wird aufgestellt; die Sanierung wird am Stadion sichtbar.

Drittes Quartal 2026: Beginn der Arbeiten an der Nordtribüne, am Parkhaus und an den Funktionsbereichen.










Fotos: hanbrohat / Oktober 2026

Erstes Quartal 2027: Geplanter Beginn der Sanierung der Südtribüne.

Erstes Quartal 2028: Geplanter Beginn der Arbeiten an der Osttribüne. Die Fertigstellung von Parkhaus, Funktionsbereichen sowie Nord- und Südtribüne ist für das erste Quartal 2028 vorgesehen.

Zweites Quartal 2028: Geplanter Beginn der Sanierung der Westtribüne.

2028: Die neue Plaza soll gebaut und fertiggestellt werden. Für die Ost- und Westtribüne ist die Fertigstellung nach aktuellem Zeitplan für das erste Quartal 2029 vorgesehen.

Sommer 2029: Voraussichtlicher Abschluss der gesamten Stadionsanierung.

Quellen


Texte mit Hilfe von KI erstellt

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