Bochum: Neues Büro- und Wohnquartier an der Kreuzstraße am Bermudadreieck
An der Kreuzstraße unmittelbar am Bochumer Bermudadreieck soll auf einem seit Jahren brachliegenden Areal ein neues Büro- und Wohnquartier entstehen. Nach zahlreichen Planungsänderungen und Verzögerungen nimmt die Entwicklung inzwischen zumindest im Bestand sichtbar Gestalt an. Die Eigentümer wollen das rund 5.200 Quadratmeter große Areal langfristig zu einem Standort für die IT- und Kreativwirtschaft entwickeln.
Das Grundstück liegt im Dreieck von Kreuzstraße, Neustraße und Brüderstraße und befindet sich damit in unmittelbarer Nähe zum Ausgeh- und Gastronomieviertel Bermudadreieck. Über viele Jahre prägten leerstehende Gebäude, brachliegende Flächen und ehemalige Gewerbebauten das Grundstück.
Bereits seit 2015 gibt es Überlegungen, das Areal neu zu entwickeln. Die ursprünglichen Vorstellungen reichten von einem Bürogebäude und einem Ärztehaus bis hin zu altersgerechten Wohnungen. Später wurde ein gemischt genutztes Quartier mit Büro-, Dienstleistungs- und Wohnflächen geplant. Auch ein eigenes Quartier für Unternehmen aus der Kreativwirtschaft war zwischenzeitlich vorgesehen.
Neue Firmenzentralen für die IT- und Kreativwirtschaft
Nachdem mehrere frühere Planungen nicht umgesetzt wurden, entwickelten die Bochumer Unternehmer Benjamin Zaczek und Sebastian Deutsch ein neues Konzept für das Areal. Zaczek ist Gründer des IT-Unternehmens SalesViewer, Deutsch steht hinter dem ebenfalls in Bochum ansässigen Unternehmen 9Elements.
Geplant ist langfristig ein modernes Büroquartier, das insbesondere Unternehmen aus der IT- und Kreativwirtschaft Raum bieten soll. Die beiden Unternehmen wollen dabei auch ihre eigenen Firmenzentralen auf dem Areal ansiedeln.
Das zentrale Element der Planung ist der sogenannte „Digitalriegel“ an der Kreuzstraße. Vorgesehen ist ein Neubau mit bis zu fünf Geschossen, der die bestehende Straßenbebauung ergänzen und die heute noch vorhandene städtebauliche Lücke schließen soll.
Im rückwärtigen Grundstücksbereich ist ein weiterer viergeschossiger Baukörper vorgesehen. Insgesamt sollen moderne Arbeitsflächen entstehen, die sich in die innerstädtische Umgebung einfügen.
Nach aktuellen Angaben soll der Digitalriegel rund 4.400 Quadratmeter Nutzfläche für Unternehmen der Kreativwirtschaft bieten. Die Planung setzt dabei auf eine für den Standort angemessene Gebäudehöhe und eine möglichst hochwertige Gestaltung des Umfelds.
Kreuzstraße 11 und 13 werden umfassend saniert
Ein erster sichtbarer Schritt der Entwicklung findet bereits an der Kreuzstraße 11 und 13 statt. Die beiden bestehenden Gebäude wurden von den Investoren erworben und werden umfassend saniert. Dabei wird die vorhandene Bausubstanz nahezu vollständig modernisiert. Erneuert werden unter anderem die technische Gebäudeausrüstung, Elektrik und Wasserleitungen sowie Böden, Fenster, Türen und das Dach.
Die Altbauten sollen anschließend wieder stärker in das Straßenbild integriert werden. Im Erdgeschoss sind zwei Ladenlokale vorgesehen. In den Obergeschossen entstehen insgesamt 17 Wohnungen mit Wohnflächen zwischen etwa 35 und 113 Quadratmetern.
Auf dem Dach ist außerdem eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Die Sanierung soll nach den bisherigen Planungen bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Damit entsteht an der Kreuzstraße bereits vor der eigentlichen Neubebauung ein erster sichtbarer Baustein des geplanten Quartiers.
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| Bild: Stadt Bochum |
Neubau weiterhin nicht umgesetzt
Der ursprünglich für 2024 in Aussicht gestellte Baubeginn für die neuen Firmenzentralen konnte bislang nicht realisiert werden. Die Entwicklung des eigentlichen Neubauareals bleibt damit weiterhin eine längerfristige Perspektive.
Nach den bisherigen Planungen soll der neue Bürokomplex an der Kreuzstraße künftig mit dem sanierten Bestand verbunden werden. Der bestehende Gebäuderiegel soll dabei nicht einfach durch einen Neubau ersetzt, sondern in das Gesamtkonzept integriert werden.
Damit könnte langfristig eine durchgehende, städtebaulich deutlich prägnantere Bebauung entlang der Kreuzstraße entstehen.
Die Investoren halten trotz der bisherigen Verzögerungen an dem Vorhaben fest. Ziel ist es, die seit Jahren bestehende städtebauliche Lücke zu schließen und einen modernen Standort für Unternehmen aus der Bochumer Digital- und Kreativwirtschaft zu schaffen.
Nachhaltigkeit und Freiraum
Auch ökologische Aspekte spielen bei der geplanten Entwicklung eine wichtige Rolle. Vorgesehen sind unter anderem begrünte Dächer, eine möglichst geringe zusätzliche Versiegelung sowie der Erhalt möglichst vieler bestehender Bäume.
Der Innenbereich des Quartiers soll nicht ausschließlich aus Gebäuden und Stellplätzen bestehen, sondern auch Aufenthalts- und Grünbereiche erhalten. Damit soll sich das neue Quartier stärker an den heutigen Anforderungen an eine innerstädtische und klimaangepasste Entwicklung orientieren.
Was wird aus der ursprünglichen Ecofinia-Planung?
Ein weiterer Bestandteil früherer Planungen war ein Neubau für den Bochumer Bioschokoladenhersteller Ecofinia auf dem Grundstück an der Neustraße. Das Unternehmen hatte ursprünglich einen eigenen kleinen Campus mit Verwaltung, Open-Space-Bereichen, Schokoladen-Store, Café und Manufaktur geplant.
Diese Planung wird inzwischen jedoch nicht mehr weiterverfolgt. Ecofinia hat seinen Standort 2025 in die KoFabrik an der Stühmeyerstraße verlegt. Das Unternehmen ist dort inzwischen Teil des bestehenden Büro- und Kreativstandorts. Auf der offiziellen Seite der KoFabrik wird Ecofinia aktuell als einer der Mieter der KoBüros geführt.
Damit ist der ursprünglich geplante Ecofinia-Neubau an der Neustraße aus heutiger Sicht nicht mehr Bestandteil der Entwicklung.
Ein Projekt mit langer Vorgeschichte
Die Entwicklung des Areals an der Kreuzstraße ist inzwischen zu einem der langwierigeren innerstädtischen Projekte Bochums geworden. Seit den ersten Überlegungen im Jahr 2015 wurden mehrfach unterschiedliche Konzepte entwickelt. Geplant waren unter anderem Büroflächen, Wohnungen, ein Ärztehaus, Gastronomie- und Gewerbeflächen sowie ein Quartier für die Kreativwirtschaft. Mehrere dieser Projekte wurden anschließend wieder verworfen.
Mit der Sanierung der Kreuzstraße 11 und 13 ist inzwischen jedoch erstmals seit längerer Zeit eine konkrete Entwicklung am Standort sichtbar. Der wesentlich größere Neubau des geplanten Digitalriegels steht dagegen noch aus. Nach den derzeit bekannten Planungen bleibt das Vorhaben langfristig bestehen. Ziel ist weiterhin ein modernes Büroquartier für die Bochumer IT- und Kreativwirtschaft mit einer markanten Neubebauung entlang der Kreuzstraße.
Für das bislang von Leerständen und Brachflächen geprägte Areal wäre die Umsetzung ein wichtiger städtebaulicher Lückenschluss unmittelbar am Bermudadreieck.
Quellen: Stadt Bochum, WAZ, KoFabrik, Ecofinia; eigene Recherche.
Texte mit Hilfe von KI erstellt

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