THINK – Forschungszentrum für Neuro- und Kognitionswissenschaften
THINK – Forschungszentrum der Ruhr-Universität Bochum | Mark 51°7 | Fertigstellung 2026
Auf dem ehemaligen Opelgelände an der Wittener Straße in Bochum ist mit dem THINK (Zentrum für Theoretische und Integrative Neuro- und Kognitionswissenschaft) ein neuer Forschungsbau der Ruhr-Universität Bochum (RUB) entstanden. Das Gebäude befindet sich auf dem Technologiecampus Mark 51°7 an der Hans-Dobbertin-Straße und bildet gemeinsam mit dem Forschungsbau ZESS eine Torsituation zum neuen Platz an der Hans-Dobbertin-Straße.
Im THINK sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen gemeinsam die neuronalen Grundlagen menschlicher Kognition erforschen. Das Forschungsprogramm verbindet unter anderem Neurobiologie, Neurologie, Psychologie, computergestützte Modellierung und Philosophie.
Ziel ist es, neue integrative Theorien über Kognition und ihre neuronalen Grundlagen zu entwickeln und experimentell zu überprüfen. Daraus sollen unter anderem neue therapeutische Ansätze und technische Anwendungen für Bereiche wie Neurorehabilitation, Neuroprothesen, Mensch-Maschine-Schnittstellen, affektive Störungen und Alltagskompetenzen im Alter entstehen.
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| Bild: Heine, Wischer & Partner |
Projektdaten
- Projekt: THINK – Zentrum für Theoretische und Integrative Neuro- und Kognitionswissenschaft
- Nutzer: Ruhr-Universität Bochum
- Bauherr / Eigentümer: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW)
- Generalplanung: Heinle, Wischer und Partner, Berlin
- Bauunternehmen: Aug. Prien GmbH & Co. KG
- Standort: Hans-Dobbertin-Straße 5, Mark 51°7, Bochum
- Nutzfläche: knapp 4.000 m²
- Gebäudeabmessungen: ca. 99 × 43 m
- Gebäudehöhe: ca. 19 m
- Baukörper: Erdgeschoss, zwei Obergeschosse und Technikgeschoss
- Baubeginn: Februar 2022
- Bauzeit: Februar 2022 bis etwa Mitte 2026
- Übergabe: etwa Mitte 2026
- Inbetriebnahme: Herbst 2026
- Förderung: rund 89 Mio. Euro
- Architektur: Heinle, Wischer und Partner
- Status: Fertigstellung / Inbetriebnahme 2026
Architektur
Der rund 99 Meter lange und 43 Meter breite Forschungsbau erreicht eine Höhe von etwa 19 Metern. Anders als ein klassischer rechteckiger Baukörper besitzt THINK einen polygonalen Grundriss mit allseitig gleichberechtigten Fassaden. Der Bau besteht aus einem Erdgeschoss, zwei Obergeschossen sowie einem Technikgeschoss. Ein über zwei Ebenen gestaffelter Innenhof gliedert das Gebäude und sorgt für natürliche Belichtung.
Konstruktiv wurde das Gebäude als Stahlbetonskelettbau ausgeführt. Die Sockelzone besteht aus massiven, hinterlüfteten Betonfertigteilen. In den Obergeschossen kommt eine Kombination aus umlaufender Pfosten-Riegel-Fassade mit Glasflächen und einer vorgehängten Fassadenverkleidung aus großen, vertikal gegliederten Blechkassetten zum Einsatz.
Das Flachdach erhält einen extensiven Gründachaufbau. Zusätzlich sind technische Aufbauten und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach vorgesehen. Damit werden auch Aspekte der Energieeffizienz und des nachhaltigen Gebäudebetriebs berücksichtigt.
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| Bild: Heine, Wischer & Partner |
Forschungsflächen und Ausstattung
Die Ausstattung des Gebäudes ist speziell auf die Anforderungen der Neurowissenschaften und Kognitionsforschung zugeschnitten. Neben Laboren entstehen unter anderem Bereiche für hochauflösende Human- und Kleintier-MRT, Live-Cell-Imaging und Multiphotonen-Mikroskopie sowie ein Rechenzentrum.
Ein wesentlicher Bestandteil sind die rund 2.200 m² gemeinschaftlich genutzten Laborflächen. Ergänzt werden diese durch Kommunikationszonen und flexibel nutzbare Konferenzräume. Die räumliche Organisation soll damit die Zusammenarbeit der verschiedenen Forschungsdisziplinen fördern.
Besondere bauliche Anforderungen ergeben sich durch die MRT-Geräte. Die elektromagnetischen Felder müssen abgeschirmt werden. Gleichzeitig dürfen die empfindlichen Geräte möglichst keinen Erschütterungen ausgesetzt sein. Deshalb wurden die Fundamente unter den MRT-Bereichen von den Fundamenten des übrigen Gebäudes entkoppelt.
Hochleistungsrechner für die Neurowissenschaften
Neben den Laboren bildet die digitale Infrastruktur einen wichtigen Bestandteil des Forschungszentrums.
Für THINK wurde ein eigenes High-Performance-Computing-System (HPC) angeschafft. Rund 2 Millionen Euro des Budgets fließen in diese Hochleistungsrechner-Infrastruktur. Das System wurde Ende Mai 2026 in Betrieb genommen und an den bestehenden RUB-Hochleistungsrechner „Elysium“ angebunden.
Die zusätzliche Rechenleistung steht vor allem der Kognitions- und Neurowissenschaft zur Verfügung. Durch die Erweiterung erhöht sich die Rechenleistung des bestehenden Systems um rund 16 Prozent, während die Speicherkapazität deutlich erweitert wird. Damit können unter anderem große Mengen an Bildgebungs-, Verhaltens- und Simulationsdaten verarbeitet werden.
Forschungsprogramm
Im THINK sollen unterschiedliche Ebenen der Kognition miteinander verbunden werden. Neben der Erforschung neuronaler Prozesse geht es auch um die Entwicklung künstlicher und hybrider kognitiver Systeme. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Interaktion zwischen Mensch und technischen Systemen. Die Forschung soll dabei unter anderem für zukünftige Arbeitswelten und die Neurorehabilitation nutzbar gemacht werden.
Das Forschungsprogramm umfasst drei wesentliche Bereiche:
- Entwicklung integrativer Theorien der Kognition und ihrer neuronalen Grundlagen
- Untersuchung dieser Theorien durch komplexe Verhaltensparadigmen und neuronale Messverfahren
- Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze und technischer Anwendungen
Damit verbindet THINK Grundlagenforschung mit möglichen Anwendungen in Medizin, Rehabilitation und Mensch-Maschine-Interaktion.
Aktueller Stand – September 2026
Der Forschungsbau befindet sich inzwischen in der Fertigstellungs- und Inbetriebnahmephase. Die bauliche Realisierung ist weitgehend abgeschlossen; parallel wird die technische und wissenschaftliche Infrastruktur für den Forschungsbetrieb eingerichtet.
Mit THINK erhält die Ruhr-Universität auf Mark 51°7 eine hochspezialisierte Forschungsumgebung mit knapp 4.000 m² Fläche, umfangreichen Laborflächen, MRT- und Mikroskopie-Infrastruktur sowie eigener Hochleistungsrechnertechnik.
THINK ist damit nach ZESS ein weiterer Forschungsbau der RUB auf dem ehemaligen Opelgelände und ein wichtiger Baustein des Wissenschafts- und Technologiecampus Mark 51°7. Insgesamt wird der Forschungsbau mit rund 89 Millionen Euro von Bund und Ländern gefördert.
Bauchronologie
2019 – Förderung und Planung
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) empfiehlt den Forschungsbau THINK am 5. Juli 2019 zur Förderung durch Bund und Länder. Der BLB NRW übernimmt die Rolle des Bauherrn, Eigentümers und Vermieters. Heinle, Wischer und Partner aus Berlin werden mit der Generalplanung beauftragt.
Februar 2022 – Baubeginn
Die Bauarbeiten für den Forschungsneubau beginnen auf dem ehemaligen Opelgelände. THINK entsteht auf Mark 51°7 an der Wittener Straße beziehungsweise der heutigen Hans-Dobbertin-Straße.
2022 – Rohbau
Im Laufe des Jahres schreitet der Rohbau voran. Auf der Baustelle werden zwischenzeitlich zwei Baukräne eingesetzt.
17. März 2023 – Richtfest
Für den Forschungsbau wird Richtfest gefeiert. Der Rohbau ist zu diesem Zeitpunkt weitgehend fertiggestellt. Besonderes Augenmerk liegt auf den technischen Anforderungen der geplanten Forschungsgeräte und insbesondere der MRT-Anlagen.
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| Fotos: hanbrohat |
2024 – Ausbau
Die Arbeiten am Gebäude werden mit dem Innenausbau und der technischen Gebäudeausstattung fortgeführt. Parallel entstehen die speziellen Labor- und Forschungsbereiche.
2025 – Fassade und Innenausbau
Der Bau erhält zunehmend sein endgültiges Erscheinungsbild. Die Fassadenarbeiten und der Ausbau der Innenbereiche werden fortgeführt.
Mai 2026 – Hochleistungsrechner
Das speziell für THINK angeschaffte Hochleistungsrechner-Cluster wird Ende Mai 2026 in Betrieb genommen und an die bestehende RUB-Recheninfrastruktur angebunden.
Mitte 2026 – Übergabe
Nach den aktuellen Projektangaben ist die Übergabe des Forschungsbaus an die Ruhr-Universität etwa für Mitte 2026 vorgesehen. Die Bauzeit wird offiziell mit Februar 2022 bis etwa Mitte 2026 angegeben.
Herbst 2026 – Inbetriebnahme
Im Herbst 2026 soll THINK zum neuen Standort der Theoretischen und Integrativen Neuro- und Kognitionswissenschaft an der RUB werden. Damit geht nach rund vier Jahren Bauzeit ein weiterer großer Forschungsbau auf dem ehemaligen Opelgelände in Betrieb.
Quellen
- Ruhr-Universität Bochum
- BLB NRW
- Heinle, Wischer und Partner













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