Freitag, 4. September 2026

Antonius-Quartier Bochum: Wohnungen in ehemaliger Kirche

Aus der ehemaligen St. Antoniuskirche im Bochumer Westend entsteht das außergewöhnliche Antonius-Quartier. Die seit Jahren leerstehende Kirche wird dabei nicht abgerissen, sondern zu einem modernen Wohnensemble umgebaut.

Das Besondere des Projekts: Die historische Außenhülle der ehemaligen Kirche und der rund 35 Meter hohe Kirchturm bleiben erhalten. Innerhalb der alten Kirchenmauern entstehen hochwertige Eigentumswohnungen. Ergänzt wird das historische Gebäude durch neue Baukörper an der Bessemerstraße sowie vier Townhäuser an der Stelle des früheren Pfarrsaals.

Nach einer langen Planungs- und Vorbereitungsphase ist das Projekt inzwischen weit fortgeschritten. Die ersten Wohnungen sind bereits bezogen, während an Teilen des ehemaligen Kirchenschiffs und an den Außenanlagen noch gearbeitet wurde.


Bild: Clemens Bachmann Architekten

Von der Kirche zum Wohnquartier

Die St. Antoniuskirche im Bochumer Westend war bereits seit vielen Jahren nicht mehr genutzt worden. Nach der Aufgabe des Kirchenstandorts entstand die Idee, das markante Gotteshaus einer neuen Nutzung zuzuführen. Der Bochumer Unternehmer Werner Boxbücher entwickelte ab 2018 das Konzept für eine umfassende Revitalisierung.

Ursprünglich war unter dem Namen „Antonius-Karree“ eine Kombination aus Büro- und Gewerbeflächen, Appartements, Penthouse-Bereichen und einer Kindertagesstätte vorgesehen. Im Laufe der Planung wurde das Konzept jedoch grundlegend verändert. Aus der ehemaligen Kirche sollte ein hochwertiges Wohnquartier mit Eigentumswohnungen werden.

Projektdaten



ProjektAntonius-Quartier
StandortBochum-Westend
Bestandsgebäudeehemalige St. Antoniuskirche
Grundstückca. 2.000 m²
Wohnungen39 Eigentumswohnungen
Wohnungsgrößenca. 30–165 m²
Townhäuser4
Tiefgarage2 Geschosse
Stellplätze33
Fahrradstellplätze127
Kirchturmca. 35 m
EnergiestandardKfW 40 Plus
ProjektideeWerner Boxbücher
Bauherr / ProjektentwicklungAntonius-Quartier / LKC bzw. heutige Vermarktungsgemeinschaft
Baubeginn2022/2023
RichtfestJuni 2024
Aktueller Standweitgehend fertiggestellt / teilweise bezogen

Historische Kirchenmauern bleiben erhalten

Der überarbeitete Entwurf sieht vor, große Teile der historischen Außenmauern zu erhalten. Das eigentliche Kircheninnere wird dagegen nahezu vollständig entkernt. Säulen, Aufbauten und große Teile der ursprünglichen Innenstruktur mussten weichen. Die erhaltenen Außenwände werden statisch in das neue Gebäude integriert.

Besonders prägend bleibt der 35 Meter hohe neugotische Kirchturm. Er soll weiterhin als Landmarke des Westends sichtbar bleiben und begehbar sein. An den ehemaligen Fensteröffnungen des Kirchenschiffs entstehen Balkone. Dadurch wird die historische Fassade unmittelbar mit der neuen Wohnnutzung verbunden.

Neubau an der Bessemerstraße

Neben dem historischen Kirchenbau entsteht ein neuer Gebäudeteil entlang der Bessemerstraße. Der Neubau wird mit neu gebrannten Klinkern gestaltet, die sich optisch an der historischen Kirche orientieren. Dadurch soll ein möglichst harmonischer Übergang zwischen Alt und Neu entstehen.

Zusätzlich wurden auf dem ehemaligen Grundstück des Pfarrsaals vier Townhäuser mit kleinen Vorgärten errichtet. Auch das frühere Pfarrhaus wurde saniert. Dort entstanden drei Wohnungen.


39 Eigentumswohnungen

Im Zentrum des neuen Antonius-Quartiers stehen insgesamt 39 Eigentumswohnungen. Die Wohnungen haben je nach Grundriss Wohnflächen von etwa 30 bis 165 Quadratmetern. Durch die besondere Gebäudestruktur entstehen dabei sehr unterschiedliche Wohnsituationen – von kleineren Apartments bis hin zu großzügigen Wohnungen innerhalb des ehemaligen Kirchengebäudes.

Die Vermarktung begann bereits während der Bauphase. Nach Angaben aus dem Jahr 2023 waren damals bereits rund 60 bis 65 Prozent der Wohnungen verkauft beziehungsweise vermarktet. Inzwischen ist der Vermarktungsstand deutlich weiter fortgeschritten. Im Herbst 2025 wurde berichtet, dass bereits 30 der 39 Wohnungen verkauft und teilweise schon bezogen waren.





Zweigeschossige Tiefgarage

Unter dem Quartier entstand eine zweigeschossige Tiefgarage mit 33 Stellplätzen. Alle Stellplätze wurden für die Ausstattung mit Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge vorbereitet beziehungsweise entsprechend geplant. Darüber hinaus gehören 127 Fahrradstellplätze, ein Kinderspielplatz und weitere Außenanlagen zum Quartierskonzept.

KfW-40-Plus-Standard

Auch energetisch wurde das Projekt an moderne Anforderungen angepasst.

Das Antonius-Quartier wird als KfW-40-Plus-Gebäude vermarktet. Vorgesehen beziehungsweise umgesetzt wurden unter anderem:

  • Photovoltaikanlage
  • Fußbodenheizung
  • Fernwärme
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • dreifach verglaste Fenster
  • energieeffiziente Dämmung
  • Ladestationen für Elektrofahrzeuge

Damit verbindet das Projekt die historische Bausubstanz der ehemaligen Kirche mit moderner Gebäudetechnik.

Bilder: Clemens Bachmann Architekten

Baufortschritt

Nach Erteilung der Baugenehmigung im Jahr 2022 wurde das Projekt 2023 konkret umgesetzt. Zunächst wurden die alte Sakristei und weitere Gebäudeteile abgebrochen. Die Dachziegel wurden entfernt und das Kirchengebäude weitgehend entkernt.

Innerhalb der erhaltenen Kirchenmauern wurde anschließend eine rund zehn Meter tiefe Baugrube für die Tiefgarage ausgehoben. Im Herbst 2023 erfolgte die Grundsteinlegung. Zu diesem Zeitpunkt war die Tiefgarage bereits fertiggestellt und der Rohbau des neuen Gebäudeteils hatte das Erdgeschoss erreicht.

Im Frühjahr 2024 schritt der Rohbau weiter voran. Im Juni 2024 wurde schließlich Richtfest gefeiert. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits rund 65 Prozent der Wohnungen verkauft.

Verzögerung bei der Fertigstellung

Ursprünglich sollte das Antonius-Quartier bereits 2025 vollständig bezugsfertig sein. Dieser Zeitplan konnte jedoch nicht eingehalten werden. Ende September 2024 waren die Rohbauarbeiten abgeschlossen und die Dächer weitgehend geschlossen. Anschließend folgten unter anderem Arbeiten an Fassaden, Dächern, Innenausbau und Haustechnik.

Ende November 2025 waren bereits erste Bewohner in den Gebäudeteilen an der Bessemerstraße eingezogen. Gleichzeitig liefen Arbeiten am Bereich des ehemaligen Kirchenschiffs und an den Außenanlagen noch weiter.

Aktueller Stand 2026

Stand September 2026 ist das Antonius-Quartier weitgehend fertiggestellt und bereits teilweise bewohnt, allerdings ist das Projekt nach den verfügbaren Informationen noch nicht vollständig abgeschlossen.

Die offizielle Projektwebsite zeigt weiterhin aktuelle Baustellenbilder. Die dort veröffentlichten Aufnahmen wurden am 20. März 2026 erstellt und dokumentieren den damaligen Bauzustand.

Auch aktuelle Wohnungsangebote zeigen, dass Wohnungen im Antonius-Quartier bereits fertig ausgestattet und vermietet beziehungsweise bezogen werden. Ein im August 2026 veröffentlichtes Angebot nennt beispielsweise ein Apartment mit Verfügbarkeit ab November 2026.

Damit befindet sich das Projekt inzwischen in der Schlussphase beziehungsweise in der Übergabe- und Bezugsphase.

Ein ungewöhnliches Bauprojekt für Bochum

Mit dem Antonius-Quartier entsteht im Bochumer Westend ein außergewöhnliches Beispiel für die Umnutzung einer nicht mehr benötigten Kirche.

Statt das rund 120 Jahre alte Gotteshaus vollständig abzureißen, wird seine prägende historische Struktur in ein modernes Wohnprojekt integriert. Außenmauern und Kirchturm bleiben erhalten, während dahinter und daneben zeitgemäßer Wohnraum entsteht.

Das Ergebnis verbindet damit Denkmalsubstanz, moderne Architektur und hochwertige Wohnnutzung auf ungewöhnliche Weise.

Bauchronologie

2018 – Werner Boxbücher entwickelt die ersten Pläne für eine Revitalisierung der ehemaligen St. Antoniuskirche.

2018–2021 – Entwicklung des ursprünglichen Konzepts mit Büro-, Gewerbe- und Wohnnutzungen.

2022 – Baugenehmigung wird erteilt; das überarbeitete Wohnkonzept sieht 39 Eigentumswohnungen vor.

2023 – Beginn der umfangreichen Abbruch- und Entkernungsarbeiten. Sakristei und Dach werden zurückgebaut, die historischen Außenmauern bleiben erhalten.

Frühjahr 2023 – Baugrube für die zweigeschossige Tiefgarage mit 33 Stellplätzen.


September 2023 – Grundsteinlegung.

Dezember 2023 – Tiefgarage fertiggestellt; Rohbau des neuen Gebäudeteils wächst.



März 2024 – Rohbau erreicht die oberen Geschosse.

28. Juni 2024 – Richtfest.

September 2024 – Rohbau abgeschlossen, Dächer weitgehend geschlossen.



November 2025 – Erste Bewohner ziehen in die fertiggestellten Gebäudeteile an der Bessemerstraße ein; Arbeiten am ehemaligen Kirchenschiff und den Außenanlagen laufen noch.




Fotos: hanbrohat

März 2026 – Offizielle Projektseite veröffentlicht aktuelle Baustellenbilder.

August/September 2026 – Das Quartier ist weitgehend fertiggestellt und teilweise bereits bezogen; einzelne Wohnungen beziehungsweise Bereiche befinden sich noch in der Übergabe- bzw. Fertigstellungsphase.

Quellen


Texte mit Hilfe von KI erstellt

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