Das Verkehrsunternehmen hat das rund 70.000 Quadratmeter große Grundstück bereits gekauft. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für das Projekt geschaffen. Wenn alles nach Plan verläuft, könnten die Rückbauarbeiten auf dem Gelände bereits 2027 beginnen. Die Inbetriebnahme ist weiterhin für Anfang der 2030er-Jahre vorgesehen.
Neuer Standort auf dem ehemaligen Schlaraffia-Gelände
Das ehemalige Werksgelände des Matratzenherstellers Schlaraffia in Wattenscheid wird zum neuen Standort für die elektrische Busflotte der BOGESTRA. Nachdem Schlaraffia den Fabrikbetrieb im Sommer 2025 aufgegeben hatte, war die Zukunft des Areals zunächst offen. Nun steht fest: Die BOGESTRA hat das gesamte Gelände erworben und will dort ihren neuen E-Bus-Betriebshof errichten.
Nach Angaben des Verkehrsunternehmens erfüllt das Grundstück die technischen und betrieblichen Anforderungen. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem ursprünglich vorgesehenen Standort an der Essener Straße ist das bereits bestehende Planungsrecht. Für das Gelände liegt ein Bebauungsplan vor, sodass ein langwieriger planerischer Vorlauf weitgehend vermieden werden kann.
Projektdaten
Projekt: Neuer E-Bus-Betriebshof der BOGESTRA
Standort: Ehemaliges Schlaraffia-Gelände, Bochum-Wattenscheid
Grundstück: ca. 70.000 m²
Bauherr/Betreiber: BOGESTRA
Ursprünglicher Standort: Ehemaliges Thyssen-Gelände, Essener Straße, Bochum-Weitmar
Nutzung: Betriebshof ausschließlich für Elektrobusse
Kapazität erste Ausbaustufe: 120 Busse
Geplante Erweiterung: bis zu 160 Busse
Grundstück: bereits gekauft
Planungsrecht: Bebauungsplan vorhanden
Beginn Rückbauarbeiten: möglicherweise 2027
Inbetriebnahme: Anfang der 2030er-Jahre geplant
Aktueller Status: Standortwechsel beschlossen, Grundstück erworben
Bisheriger Standort an der Essener Straße wird aufgegeben
Ursprünglich sollte der neue Betriebshof auf einem ehemaligen Thyssen-Gelände an der Essener Straße in Bochum-Weitmar entstehen. Die Planungen für den Standort wurden nun vollständig verworfen. Mit dem Wechsel nach Wattenscheid ändert sich damit nicht nur der Standort des Vorhabens. Auch die Eigentumsverhältnisse bieten der BOGESTRA neue Möglichkeiten: Während das Thyssen-Grundstück lediglich gepachtet werden sollte, gehört das ehemalige Schlaraffia-Areal nun dem Verkehrsunternehmen.
Die grundlegende Zielsetzung bleibt jedoch bestehen. Die BOGESTRA benötigt einen modernen Betriebshof, um ihre Elektrobusflotte langfristig unterzubringen und zu betreiben.
Platz für zunächst 120 Elektrobusse
Der neue Betriebshof in Wattenscheid ist ausschließlich für Busse mit Elektroantrieb vorgesehen. In einer ersten Ausbaustufe soll das Gelände Platz für 120 Fahrzeuge bieten. Eine Erweiterung auf insgesamt 160 Elektrobusse ist bereits planerisch vorbereitet.
Damit fällt die aktuelle Kapazitätsplanung kleiner aus als frühere Überlegungen, die noch einen Betriebshof für eine deutlich größere Busflotte vorsahen. Die nun vorgesehene Erweiterung ermöglicht es, den Standort bei entsprechendem Bedarf auszubauen. Neben dem neuen Betriebshof in Wattenscheid wird auch der Standort in Gelsenkirchen-Ückendorf für den Einsatz von Elektrobussen vorbereitet. Dieser wird derzeit eigens für diesen Zweck modernisiert.
Rückbauarbeiten könnten 2027 beginnen
Mit dem Grundstückskauf kann die BOGESTRA nun die konkreten Umsetzungsschritte für den neuen Betriebshof vorantreiben. Wenn alles planmäßig verläuft, sollen bereits 2027 erste Rückbauarbeiten auf dem ehemaligen Schlaraffia-Gelände beginnen. Anschließend kann die Fläche für die neue Nutzung vorbereitet werden.
An der grundsätzlichen zeitlichen Zielsetzung hält das Unternehmen fest: Der neue E-Bus-Standort soll Anfang der 2030er-Jahre in Betrieb gehen. Ein genauer Termin für den Baubeginn oder die Fertigstellung der einzelnen Gebäudeteile ist bislang nicht bekannt.
Update - 14 Oktober 2026: Bogestra übernimmt Schlaraffia-Gelände in Wattenscheid
Bei der Schlüsselübergabe am 14. Oktober wurden weitere Details zum geplanten Neubau bekannt. Die vorhandenen Fabrik- und Verwaltungsgebäude sollen vollständig abgerissen werden. Nach derzeitiger Planung könnten die ersten Rückbauarbeiten bereits 2027 beginnen. Die bestehenden Hallen eignen sich aufgrund ihrer baulichen Struktur nicht für die Anforderungen des neuen Busbetriebshofs.
Neben neuen Abstellhallen sind umfangreiche technische Anlagen für die Stromversorgung geplant. Dazu gehört auch ein eigenes Umspannwerk. Zusätzlich sollen Brandschutzwände die Abstellbereiche voneinander trennen. Für den Grundstückserwerb und die Entwicklung des neuen Standorts sind insgesamt rund 95 Millionen Euro eingeplant. Die Inbetriebnahme ist spätestens für 2031 vorgesehen.
Bauchronologie
März 2023: Der Aufsichtsrat der BOGESTRA trifft eine wegweisende Entscheidung zur Planung eines neuen Busbetriebshofs für Elektrobusse. Als ursprünglicher Standort ist eine Fläche in Bochum vorgesehen.
November 2023: Die Planungen für den neuen E-Bus-Betriebshof werden öffentlich vorgestellt. Vorgesehen ist zunächst das ehemalige Thyssen-Gelände an der Essener Straße in Bochum-Weitmar.
Sommer 2025: Der traditionsreiche Matratzenhersteller Schlaraffia gibt den Fabrikbetrieb auf seinem Gelände in Bochum-Wattenscheid auf.
5. Oktober 2026: Die BOGESTRA gibt den neuen Standort bekannt. Das ehemalige Schlaraffia-Gelände wurde gekauft und soll künftig als E-Bus-Betriebshof dienen.
2027: Bei planmäßigem Verlauf sollen erste Rückbauarbeiten auf dem Gelände beginnen.
Anfang der 2030er-Jahre: Geplante Inbetriebnahme des neuen E-Bus-Standorts in Wattenscheid.
Quellen
- BOGESTRA – Wichtiger Schritt für neuen Busstandort in Bochum
- BOGESTRA – Standorte und Betriebsstellen
- Stadt Bochum – Bebauungsplan Nr. 1002 „Essener Straße / A 448“
- Electrive – BOGESTRA plant neues Depot für 120 E-Busse
- Radio Bochum – Stellplatz für Elektrobusse der BOGESTRA
- BOGESTRA Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2023
- WAZ - Bogestra wechselt Standort: Überraschende Wende bei Plänen für E-Bus-Betriebshof
- WAZ - 14.10.26 - Bogestra übernimmt Schlaraffia-Gelände – und will dort alles ändern
Mein Gedanke dazu: falls es sich um die Fläche gegenüber dem Betriebshof an der Essener Str. handelt, wäre das eigentlich der perfekte Standort für das neue Fußballszadion (Brachfläche, Straßenbahm, Autobahn, kein Wohngebiet etc.)
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