Freitag, 2. Oktober 2026

Herz-Mariä-Kirche Bochum-Günnigfeld wird zu Seniorenwohnungen

Für die ehemalige Herz-Mariä-Kirche an der Kirchstraße zeichnet sich eine ungewöhnliche neue Nutzung ab. Das Kirchengebäude soll erhalten bleiben und künftig als Wohngebäude für Senioren genutzt werden. Auf dem rund 9.000 Quadratmeter großen Grundstück ist außerdem der Neubau einer stationären Pflegeeinrichtung vorgesehen.

Das Projekt wird vom Münchner Projektentwickler commonground Real Estate entwickelt. Die katholische Kirchengemeinde St. Gertrud von Brabant hatte das Areal zuvor in einem Vermarktungsverfahren angeboten. Ziel ist es, den markanten Kirchenbau nicht abzureißen, sondern seine vorhandene Bausubstanz in eine neue Nutzung zu überführen.

Zwei Bauabschnitte geplant

Die Entwicklung des Areals soll in zwei Bauabschnitten erfolgen. Im ersten Abschnitt entsteht auf dem Grundstück eine neue stationäre Pflegeeinrichtung. Die inzwischen konkreter beschriebenen Planungen sehen 90 stationäre Pflegeplätze sowie zehn Plätze für die Kurzzeitpflege vor. Damit soll insgesamt eine Einrichtung mit 100 Pflegeplätzen entstehen. Der Neubau ist mit drei Geschossen vorgesehen.

Für den Neubau müssen zunächst das bisherige Pfarrhaus sowie die ehemalige Kaplanei beziehungsweise weitere vorhandene Gebäude auf dem Grundstück weichen. Nach Angaben der Kirchengemeinde arbeitet commonground bereits mit einem deutschlandweit tätigen Träger aus dem Bereich Alten- und Pflegehilfe zusammen. Die Entwurfsplanung befindet sich in Bearbeitung.


Bild: Max Office


Projektdaten

Projekt: Umnutzung Herz-Mariä-Kirche und Neubau einer Pflegeeinrichtung
Standort: Kirchstraße 25, Bochum-Günnigfeld
Projektentwickler: commonground Real Estate / commonground MUC
Grundstück: ca. 9.000 m²
Bauabschnitt 1: stationäre Pflegeeinrichtung
Pflegeplätze: 90 stationär + 10 Kurzzeitpflege
Gebäude Pflegeeinrichtung: drei Geschosse
Bauabschnitt 2: Seniorenwohnungen in der ehemaligen Kirche
Architektur Bestandsgebäude: neugotische Kirchenarchitektur
Umbaukonzept: Integration vorgefertigter Wohnmodule in den Kirchenbau
Baubeginn Pflegeheim: voraussichtlich Frühjahr 2027
Fertigstellung Pflegeheim: derzeit ca. 2030
Aktueller Status: Planung und Vorbereitung


Pflegeheim soll zuerst entstehen

Die Pflegeeinrichtung bildet den ersten und damit wichtigsten Bauabschnitt des Projekts. Nach derzeitigen Angaben wird eine Fertigstellung um 2030 angestrebt. Inzwischen gibt es auch erste Hinweise auf den weiteren Zeitplan: Für den Neubau wird ein Baubeginn im Frühjahr 2027 genannt. Diese Angabe stammt aus einer aktuellen Ausschreibung und ist daher noch nicht mit einem endgültigen Baustart gleichzusetzen. Vor dem Hochbau stehen noch weitere Planungs- und Genehmigungsschritte an.


Bild: Max Office


Kirche wird zu Seniorenwohnungen

Besonders interessant ist der zweite Bauabschnitt. Die ehemalige Herz-Mariä-Kirche soll nicht abgerissen, sondern zu einem Wohngebäude für Senioren umgebaut werden. Dabei bleibt die markante neugotische Außenhülle des Kirchengebäudes weitgehend erhalten. Im Inneren sollen moderne Wohnungen entstehen. Nach dem aktuellen Konzept werden dafür vorgefertigte Wohnmodule in das bestehende Kirchengebäude integriert.

Das Konzept ermöglicht damit eine ungewöhnliche Kombination aus historischer Gebäudehülle und moderner Wohnarchitektur. Wie viele Wohnungen letztlich in der Kirche entstehen werden, steht derzeit noch nicht fest.

Historische Kirchenarchitektur bleibt sichtbar

Die Herz-Mariä-Kirche besitzt für Günnigfeld eine prägende städtebauliche Wirkung. Das Gebäude steht an der Kirchstraße und ist Teil der gewachsenen Bebauung des Stadtteils. Die Kirche ist nicht denkmalgeschützt. Ein Abriss wäre daher grundsätzlich möglich gewesen. Dennoch entschied sich die Kirchengemeinde für ein Konzept, bei dem das Gebäude erhalten bleibt. Ausschlaggebend war nach Angaben der Gemeinde unter anderem der erwartete soziale Mehrwert für den Stadtteil.

Bei der geplanten Umnutzung soll deshalb möglichst viel der charakteristischen Gebäudesubstanz erhalten werden. Gerade die Kombination aus Kirchenfassade und neu eingefügten Wohnmodulen dürfte dem späteren Gebäude einen ungewöhnlichen architektonischen Charakter geben.

Neues Pflege- und Wohnangebot für Günnigfeld

Mit dem Projekt entsteht ein neuer Schwerpunkt für Seniorenwohnen und Pflege im Stadtteil. Neben den regulären Pflegeplätzen sind ausdrücklich auch Kurzzeitpflegeplätze vorgesehen. Dadurch soll die neue Einrichtung nicht nur dauerhaft pflegebedürftige Menschen aufnehmen, sondern auch zeitlich begrenzte Pflegeangebote ermöglichen.

Die Seniorenwohnungen in der ehemaligen Kirche ergänzen dieses Angebot um eine weitere Wohnform. Damit soll auf dem ehemaligen Kirchenareal ein Mix aus Wohnen und Pflege entstehen.


Bild: Max Office


Entwicklung des Grundstücks

Zum Grundstück gehören neben der Kirche mehrere weitere Gebäude. Die vorhandene Bebauung soll für die neue Nutzung teilweise zurückgebaut werden. Der geplante Pflegeheim-Neubau entsteht dabei nicht innerhalb der Kirche, sondern auf einem Teil des Grundstücks neben dem historischen Kirchengebäude.

Dadurch können beide Gebäudetypen – Neubau und Bestandsgebäude – künftig gemeinsam auf dem Areal genutzt werden. Die katholische Kirche beschreibt das Vorhaben als Möglichkeit, dem Günnigfelder Standort einen neuen sozialen Schwerpunkt zu geben. Der bisherige kirchliche Standort selbst wird künftig allerdings nicht mehr als katholischer Kirchenstandort genutzt.

Letzter Gottesdienst bereits gefeiert

Die kirchliche Nutzung der Herz-Mariä-Kirche ist inzwischen beendet. Der letzte Gottesdienst fand am 18. Juli 2026 statt. Bereits im Vorfeld waren die Pläne für die Nachnutzung der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Am 5. Juli 2026 hatte commonground-Geschäftsführer Oguz Kusdil die geplante Entwicklung bei einer Informationsveranstaltung in der Kirche vorgestellt. Rund 80 Interessierte aus Gemeinde und Stadtteil nahmen daran teil.


Quellen: Katholische Kirche Wattenscheid, aktuelle Ausschreibungsunterlagen und Projektinformationen von commonground.


Texte mit Hilfe von KI erstellt

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