Samstag, 26. September 2026

Husemannplatz Bochum: Aktueller Stand, Green Cloud, Blue Cloud & Kosten 2026

Der Husemannplatz in der Bochumer Innenstadt wird seit 2023 umfassend umgestaltet. Rund 40 Jahre nach der letzten größeren Neugestaltung erhält der zentrale Platz zwischen Kortumstraße, Viktoriastraße und Husemann-Karree ein vollständig neues Erscheinungsbild.

Ziel der Neugestaltung ist es, den Husemannplatz stärker als zentralen Aufenthaltsort und als Verbindung zwischen der traditionellen Innenstadt und dem neuen Quartier entlang der Viktoriastraße zu entwickeln. Das Projekt ist Bestandteil der Bochumer Innenstadtentwicklung und wurde vom Berliner Büro SINAI Landschaftsarchitekten entworfen.

Green Cloud und Blue Cloud

Architektonisches und gestalterisches Herzstück des neuen Platzes sind zwei besondere Elemente: die „Green Cloud“ und die „Blue Cloud“. Die Green Cloud ersetzt das frühere Glascafé beziehungsweise Café Zeitlos. Der neue Pavillon erhält ein Café, eine öffentliche Toilette, einen Spielbereich sowie einen Zugang zur Tiefgarage. Das Gebäude wird durch Begrünung in die neue Platzgestaltung integriert.

Die Konstruktion erhält ein markantes Flugdach, unter dem der neue Treffpunkt auf dem Husemannplatz entsteht. Im März 2026 wurden bereits die Glasbauelemente eingesetzt, anschließend begann der Innenausbau. Die zweite Besonderheit ist die Blue Cloud. Dabei handelt es sich um ein digitales Wasserspiel mit einer etwa zehn Meter großen Wasserfläche. Vier Stelen sind mit Farbwechsel-Lampen, Projektoren, Nebeldüsen, Lautsprechern und Sensoren ausgestattet.

Mit der Technik können Lichtbilder auf die Wasserfläche und die entstehenden Nebelwände projiziert werden. Gleichzeitig kann der Wassernebel an heißen Tagen zur Abkühlung beitragen. Die Blue Cloud wurde bereits technisch installiert und getestet.


Bild: Stadt Bochum


Projektdaten

Projekt: Neugestaltung Husemannplatz
Standort: Husemannplatz, Bochum-Mitte
Entwurf: SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin
Baubeginn: 2023
Nutzung: Öffentlicher Stadtplatz / Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche
Green Cloud: Café, Spielbereich, öffentliche Toilette, Tiefgaragenzugang
Blue Cloud: Digitales Wasser- und Lichtspiel
Jobsiade-Brunnen: Erhalt und neuer Standort an der Viktoriastraße
Bäume: klimaresiliente Neupflanzungen
Regenwassermanagement: Baumrigolen
Belag: hochwertiges Natursteinpflaster / Grauwacke
Aktueller Stand: weit fortgeschritten
Geplante Fertigstellung: Herbst 2026
Aktuelle Kostenprognose: rund 18,6 Mio. Euro


Jobsiade-Brunnen erhält neuen Standort

Auch ein bekanntes Element des alten Husemannplatzes bleibt erhalten. Der Jobsiade-Brunnen wurde bereits vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten demontiert und zunächst eingelagert. Für die originalgetreue Wiederherstellung wurde zuvor sogar ein 3-D-Scan des Brunnens angefertigt.

Inzwischen steht der Brunnen an seinem neuen Standort an der Ecke Viktoriastraße/Deutsche Bank. Die neue Brunnentechnik wurde installiert und der Brunnen bereits wieder in Betrieb genommen. Damit verbindet die neue Gestaltung historische Elemente des Platzes mit den neuen digitalen und architektonischen Elementen.


Neue Bäume und klimaangepasste Platzgestaltung

Ein wesentlicher Bestandteil der Planung ist die Begrünung. Ursprünglich waren 18 neue klimaresiliente Bäume vorgesehen. Im weiteren Baufortschritt kamen zusätzliche Pflanzungen hinzu. Im Bereich der Deutschen Bank wurden im Frühjahr 2026 weitere vier Bäume gepflanzt. Die Bäume werden mit begrünten Baumscheiben kombiniert und sollen künftig für Schatten und ein angenehmeres Mikroklima auf dem Platz sorgen.

Auch das Regenwassermanagement wurde in die Gestaltung integriert. Unterirdische Baumrigolen speichern Niederschlagswasser und stellen es den Bäumen zur Verfügung. Die Platzflächen werden mit hochwertigem Naturstein beziehungsweise Grauwacke gestaltet. Kreisförmig angeordnete Sitzbänke ergänzen die neuen Aufenthaltsbereiche.


Bild: Stadt Bochum


Neue Platzfläche nimmt Gestalt an

Die Arbeiten an der Oberfläche sind inzwischen weit fortgeschritten. Bereits Ende 2024 waren erste größere Bereiche der Kortumstraße mit dem neuen Natursteinpflaster versehen. Im Frühjahr 2025 war bereits ein großer Teil der östlichen Platzhälfte gepflastert. Auch der Bereich an der Kreuzung Kortumstraße/Huestraße konnte Ende März 2025 fertiggestellt werden. Gleichzeitig begannen die Fundamente für die Green Cloud.

Im September 2025 waren bereits rund 700 Quadratmeter neue Pflasterfläche zwischen Green Cloud und Deutscher Bank hergestellt. Weitere Teilflächen folgten anschließend. Im März 2026 liefen weitere Pflasterarbeiten im Bereich der Green Cloud und in der Viktoriastraße. Auch die Fläche zwischen Junggesellenstraße und Green Cloud wurde weiter ausgebaut. Zusätzlich wurden neue Fahrradständer im Bereich des Radkreuzes aufgestellt.


Verzögerungen beim Umbau

Der ursprünglich für Sommer 2025 vorgesehene Abschluss konnte nicht eingehalten werden. Ein wesentlicher Teil der Verzögerungen entstand durch umfangreiche Arbeiten im Untergrund. Dazu gehörten Arbeiten an Versorgungsleitungen sowie die Abdichtung und Sanierung von Bereichen der unter dem Platz liegenden Tiefgarage. Auch die Arbeiten an der Green Cloud haben den Zeitplan beeinflusst.

Nach dem aktuellen Stand der Stadt sollen die gesamten Arbeiten im Herbst 2026 abgeschlossen sein. Die Fertigstellung umfasst dabei nicht nur den eigentlichen Platz, sondern auch noch ausstehende Arbeiten an der Green Cloud und angrenzenden Bereichen.


Kosten deutlich gestiegen

Auch bei den Projektkosten hat es eine deutliche Entwicklung gegeben. Zu Beginn der Neugestaltung wurden für das Projekt rund 12 Millionen Euro veranschlagt. Darin enthalten waren unter anderem Planung, Gutachten, die Abdichtung der Tiefgarage, der Hochbau und die Freianlagen.

Die aktuelle Kostenentwicklung liegt inzwischen deutlich darüber. Nach dem Bauprojektcontrolling stieg die Prognose laut einer im September 2026 veröffentlichten politischen Anfrage von 16,2 Millionen Euro im vierten Quartal 2025 auf 18,6 Millionen Euro im ersten Quartal 2026. Die Kostenentwicklung wurde deshalb politisch thematisiert. Damit hat sich die Kostenprognose gegenüber der ursprünglichen Planung erheblich erhöht.


Verbindung zum Husemann Karree und Haus des Wissens

Der neue Husemannplatz steht nicht isoliert, sondern ist Bestandteil einer umfassenden Veränderung der Bochumer Innenstadt. Direkt angrenzend befindet sich das Husemann Karree, das aus dem ehemaligen Justizareal hervorgegangen ist. In Richtung Norden und Osten entsteht mit dem Haus des Wissens ein weiterer wichtiger Baustein der Innenstadtentwicklung.

Auch die Viktoriastraße wird zwischen Husemannplatz und Willy-Brandt-Platz neu gestaltet. Die Stadt sieht diesen Abschnitt künftig als zentrale Verbindung zwischen dem Husemannplatz und dem Haus des Wissens. Für die Neugestaltung der Viktoriastraße wurden 2025 entsprechende Planungen beschlossen; die Maßnahme ist Teil der weiteren Innenstadtentwicklung.

Damit bildet der Husemannplatz künftig einen wichtigen Knotenpunkt zwischen mehreren neu entwickelten Bereichen der Bochumer City.



Bauchronologie



2020SINAI Landschaftsarchitekten gewinnt den Wettbewerb für die Neugestaltung
2021Planung für den neuen Husemannplatz wird konkretisiert
2022Vorbereitung der Umgestaltung und Arbeiten an der Tiefgarage
Februar 2023Rückbau der bisherigen Bebauung und Demontage des Jobsiade-Brunnens
Mai 2023Offizieller Baustart mit symbolischem Spatenstich
2024Umfangreiche Arbeiten im Untergrund, an Leitungen und der Tiefgarage; erste neue Pflasterflächen entstehen
März 2025Große Teile der östlichen Platzfläche fertig; Bau der Green Cloud beginnt
September 2025Blue Cloud installiert; Jobsiade-Brunnen an neuem Standort; Green Cloud im Rohbau
März 2026Glasfassade der Green Cloud wird eingesetzt; Innenausbau beginnt; weitere Pflasterarbeiten und Baumpflanzungen
Herbst 2026Aktuell angestrebter Abschluss der Gesamtmaßnahme




Fotos: hanbrohat / Mai 2023




Fotos: hanbrohat / Mai 2024






Fotos: hanbrohat / Februar 2025











Fotos: hanbrohat / Mai 2025






Fotos: hanbrohat / Juni 2026




Quellen:  aus den Veröffentlichungen der Stadt Bochum vom 12. März 2026, 1. April 2026, 27. Juli 2026 und 8. September 2026 sowie aus den städtischen Projektinformationen. 

Texte mit Hilfe von KI erstellt

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