Dienstag, 3. November 2026

Neubaugebiet Lewackerstraße Bochum-Linden: Wohnquartier mit Diakonie-Wohnheim

Auf dem ehemaligen Gelände der Lewacker-Grundschule entsteht ein neues Wohnquartier mit unterschiedlichen Wohnformen und einem wichtigen sozialen Baustein. Auf dem rund 13.000 Quadratmeter großen Areal werden Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäuser realisiert. Ergänzt wird die Wohnbebauung durch eine neue Wohneinrichtung der Diakonie Ruhr für 24 Menschen mit Behinderung.

Während Teile des Wohngebiets bereits Gestalt angenommen haben, schreitet auch der Neubau der Diakonie an der Lewackerstraße voran. Das Projekt verbindet klassischen Wohnungsbau mit einem inklusiven Wohnangebot und entwickelt das ehemalige Schulgelände zu einem neuen Quartier im Bochumer Südwesten.

Vom ehemaligen Schulgelände zum neuen Wohngebiet

Das Grundstück an der Lewackerstraße wurde früher von der Lewacker-Grundschule genutzt. Nach der Schulschließung diente das Gelände zeitweise als Unterkunft für Geflüchtete. Mit der Aufgabe der bisherigen Nutzung und dem Abriss der alten Gebäude wurde die Fläche für eine neue städtebauliche Entwicklung frei. Auf dem rund 13.000 Quadratmeter großen Areal sollte ein Wohngebiet entstehen, das verschiedene Wohnformen miteinander verbindet. Die Erschließung des Grundstücks und die Herstellung der notwendigen Entwässerungsanlagen bildeten dafür die Grundlage.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der neu angelegte Gisela-Piedboeuf-Weg. Die Straße erschließt das Innere des Quartiers und erinnert mit ihrem Namen an Gisela Piedboeuf, die langjährige Bezirksvorsteherin im Bochumer Südwesten. Im Zuge der Erschließung wurden neue Schmutz- und Regenwasserkanäle verlegt. Ergänzend kamen Rigolen zur Versickerung des Niederschlagswassers zum Einsatz. Die Entwässerung des Gebiets stellte einen wichtigen Bestandteil der technischen Infrastruktur dar.

Projektdaten

Projekt: Neubaugebiet Lewackerstraße
Standort: Ehemaliges Gelände der Lewacker-Grundschule, Bochum-Linden
Grundstücksfläche: ca. 13.000 m²
Erschließung: Gisela-Piedboeuf-Weg
Wohnbebauung: sechs Einfamilienhäuser, acht Doppelhaushälften und zwei kleinere Mehrfamilienhäuser
Weitere Nutzung: Öffentlich geförderte Wohnungen und Wohnheim der Diakonie
Bauherr Wohnheim: Diakonie Ruhr gGmbH
Betreiber Wohnheim: Diakonie Ruhr Wohnen
Wohnplätze: 24
Wohngruppen: drei mit jeweils acht Bewohnern
Besonderheiten: Einzelzimmer mit eigenem Bad, Gemeinschaftsbereiche und Tagesstruktur
Weitere Diakonie-Einrichtung: Neubau an der Haldenstraße in Bochum-Hamme
Baufortschritt Wohnheim: Rohbau laut WAZ im Juli 2026 nahezu fertig
Geplante Fertigstellung: Ende 2026 (frühere Angabe der Diakonie)
Einzug: 2027 vorgesehen


Unterschiedliche Wohnformen auf einem Grundstück

Das neue Quartier ist nicht als einheitliche Wohnanlage konzipiert. Vielmehr entsteht eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäusern.

Nach den bisherigen Projektangaben umfasst die Planung:

  • sechs freistehende Einfamilienhäuser,

  • acht Doppelhaushälften,

  • zwei kleinere Mehrfamilienhäuser,

  • öffentlich geförderte Wohnungen,

  • ein Wohnheim der Diakonie Ruhr.

Die Grundstücke für die Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften wurden beziehungsweise werden an private Bauherren vergeben. Die Mehrfamilienhäuser werden durch Investoren entwickelt. Ein Mehrfamilienhaus mit öffentlich geförderten Wohnungen ist bereits fertiggestellt. Damit entsteht ein Wohnstandort, der unterschiedliche Haushaltsgrößen und Lebenssituationen berücksichtigt. Neben klassischem Wohneigentum wird auch öffentlich geförderter Wohnraum geschaffen.

Diakonie baut Wohnheim für 24 Menschen mit Behinderung

Ein besonderer Bestandteil des neuen Quartiers ist die Wohneinrichtung der Diakonie Ruhr an der Ecke Lewackerstraße/Langenberger Straße. Hier entstehen 24 Wohnplätze für Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen. Die Bewohner werden in drei Wohngruppen mit jeweils acht Personen leben. Das Angebot richtet sich an Menschen mit einem hohen Unterstützungs- und Pflegebedarf. Die neue Einrichtung soll das bisherige Ruhrlandheim in Bochum-Stiepel ersetzen, dessen Gebäude nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine zeitgemäße Betreuung und Unterbringung entsprechen.

Die Bewohner erhalten Einzelzimmer mit eigenem Bad. Ergänzt werden diese durch Gemeinschafts- und Aufenthaltsbereiche sowie einen eigenständigen Gebäudebereich für tagesstrukturierende Angebote. Dort sollen verschiedene Aktivitäten des täglichen Lebens ermöglicht werden. Dazu gehören beispielsweise gemeinsames Kochen, Musik, Spielen und kreative Beschäftigungen. Die räumliche Gestaltung soll sowohl Rückzugsmöglichkeiten als auch das gemeinschaftliche Zusammenleben unterstützen.

Inklusion und Begegnung im Stadtteil

Das neue Wohnheim soll ausdrücklich in das Wohnquartier eingebunden werden. Die Diakonie verfolgt damit das Ziel, den Bewohnern eine stärkere Teilhabe am alltäglichen Leben im Stadtteil zu ermöglichen. Anders als beim bisherigen Standort oberhalb des Kemnader Sees befinden sich in Linden wichtige Einrichtungen des täglichen Bedarfs und Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs in erreichbarer Nähe. Dadurch sollen Begegnungen mit Nachbarn und anderen Menschen im Stadtteil selbstverständlicher werden.

Auch die Gemeinschaftsräume sollen nicht ausschließlich den Bewohnern vorbehalten bleiben. Außerhalb der Betreuungszeiten sind eine Nutzung durch Vereine, Nachbarn oder für gemeinsame Veranstaltungen denkbar. So könnte das Wohnheim zu einem offenen Bestandteil des Quartiers werden. Die Diakonie möchte damit nicht nur neuen Wohnraum schaffen, sondern auch einen Ort der Begegnung und des Miteinanders entwickeln.

Zwei neue Wohnheime ersetzen das Ruhrlandheim

Der Neubau in Bochum-Linden ist Teil eines größeren Vorhabens der Diakonie Ruhr. Neben der Einrichtung an der Lewackerstraße entsteht auch an der Haldenstraße in Bochum-Hamme eine neue Wohneinrichtung. Beide Gebäude bieten jeweils 24 Wohnplätze und sind als Ersatz für das bisherige Ruhrlandheim vorgesehen. Insgesamt entstehen damit 48 neue Wohnplätze an zwei Bochumer Standorten.

Die Diakonie begründet die Neubauten mit den baulichen und fachlichen Anforderungen an eine moderne Betreuung. Eine umfangreiche Modernisierung des bisherigen Ruhrlandheims hätte zwar hohe Investitionen erfordert, dennoch wären die heutigen fachlichen Standards dort nicht vollständig zu erreichen gewesen.

Für die beiden Neubauprojekte erhielt die Diakonie Unterstützung durch die Sozialstiftung NRW. Im Juli 2026 wurden Förderbescheide übergeben. Die Stiftung unterstützt die beiden Vorhaben mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro. Die Förderung umfasst sowohl die bauliche Umsetzung als auch die bedarfsgerechte Ausstattung der Einrichtungen.

Baufortschritt: Wohnheim im Juli 2026 bereits weit fortgeschritten

Die Bauarbeiten an der Lewackerstraße begannen im September 2025 zunächst mit vorbereitenden Erd- und Kanalarbeiten. Der Start der Rohbauarbeiten war für Oktober 2025 vorgesehen. Im Juli 2026 berichtete die WAZ, dass der Rohbau der neuen Wohneinrichtung bereits fast fertiggestellt sei. Zu diesem Zeitpunkt standen auch die künftigen Einrichtungsleitungen fest. Die Vorbereitungen für den späteren Betrieb und den Einzug der Bewohner liefen damit parallel zur baulichen Umsetzung.

Die Fertigstellung der Einrichtung war nach früheren Angaben der Diakonie für Ende 2026 vorgesehen. Der Einzug der Bewohner ist für 2027 geplant. Auch die Entwicklung der übrigen Grundstücke im Quartier geht weiter. Die Stadt Bochum meldete am 30. Oktober 2026, dass ein weiteres Grundstück für eine Doppelhaushälfte am Gisela-Piedboeuf-Weg angeboten wird. Das Baugebiet an der Lewackerstraße geht damit in seine letzte Bewerbungsphase für dieses Grundstück.


Quellen

  1. Diakonie Ruhr, 30.09.2025: An Haldenstraße und Lewackerstraße rollen die Bagger – Baubeginn, Konzept und geplante Fertigstellung der beiden Wohneinrichtungen.

  2. Diakonie Ruhr, 10.07.2026: Sozialstiftung NRW übergibt Förderbescheide – Förderung, 24 Wohnplätze, drei Wohngruppen und Tagesstruktur.

  3. WAZ, 15.07.2026: „Auch mal laut, aber immer herzlich“: Bochumer Neubaugebiet bekommt 24 neue Nachbarn – aktueller Stand des Wohnheimbaus und Konzept des Zusammenlebens (Paywall).

  4. Stadt Bochum, 30.10.2026: Start der Vermarktung städtischer Grundstücke – letzte Vermarktungsphase am Gisela-Piedboeuf-Weg.

  5. Stadt Bochum / Bochum Transparent, 19.06.2024: Bebauungspläne im Bezirk Südwest – Erschließung und damaliger Stand der Bebauung.

  6. Stadt Bochum: Grundstücksangebot Gisela-Piedboeuf-Weg – Angaben zu den Grundstücken und den baulichen Vorgaben.

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