St. Marien-Quartier Bochum: Neues Wohn- und Gesundheitsquartier an der Humboldtstraße
Bochum-Innenstadt. Auf dem lange Zeit leerstehenden und zunehmend verfallenen Grundstück an der Humboldtstraße 46 / Ecke Maximilian-Kolbe-Straße soll ein neues Wohn- und Dienstleistungsquartier entstehen. Das geplante St. Marien-Quartier verbindet barrierefreien Wohnraum mit Gesundheits-, Pflege- und Serviceangeboten.
Das Projekt befindet sich in zentraler Lage unmittelbar hinter dem Anneliese Brost Musikforum Ruhr und in direkter Nachbarschaft zum St. Marienstift. Damit soll eine der letzten größeren Problemimmobilien rund um das neu gestaltete Musikforum durch einen modernen Neubau ersetzt werden. Der Projektentwickler Pro Secur Immobilien GmbH führt das Vorhaben aktuell weiterhin mit einem geplanten Baubeginn im 3. Quartal 2026 und einer geplanten Fertigstellung im Jahr 2028.
Rund 40 barrierefreie Wohnungen geplant
Herzstück des Projekts sind rund 40 barrierefreie und altersgerechte Mietwohnungen. Die Wohnungen sollen sich vor allem an ältere Menschen richten, gleichzeitig aber Teil eines generationenübergreifenden Quartiers werden.
Geplant sind Wohnungen im mittleren bis günstigen Preissegment. Es handelt sich dabei nicht um ein klassisches Seniorenheim. Vielmehr sollen die Bewohner eigenständig in ihren Wohnungen leben und bei Bedarf verschiedene Serviceangebote nutzen können. Das Konzept verbindet damit selbstständiges Wohnen mit den Vorteilen eines wohnortnahen Gesundheits- und Pflegeangebots.
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Bild: Zwo+Architekten / Peter Lammmsfuß |
Das Projekt im Überblick
| Projektname | St. Marien-Quartier |
| Standort | Humboldtstraße / Maximilian-Kolbe-Straße |
| Stadtteil | Bochum-Innenstadt |
| Projektentwickler | Pro Secur Immobilien GmbH |
| Architekt | Peter Lammsfuß |
| Wohnungen | ca. 40 |
| Wohnform | barrierefreie, altersgerechte Mietwohnungen |
| Service | optional |
| Geriatrische Reha | geplant |
| Physiotherapie | geplant |
| Tagespflege | geplant |
| Demenz-Wohngruppe | geplant |
| Gewerbe | im Erdgeschoss vorgesehen |
| Bauantrag | ursprünglich 2025 vorgesehen |
| Baubeginn | 3. Quartal 2026 geplant |
| Fertigstellung | 2028 geplant |
Gesundheits- und Pflegeangebote im Quartier
Ein wesentlicher Bestandteil des St. Marien-Quartiers sind die vorgesehenen medizinischen und sozialen Nutzungen.
Die Theresia-Albers-Stiftung soll unter anderem folgende Angebote betreiben:
- geriatrische Reha
- Physiotherapiepraxis
- Tagespflege
- weitere Serviceangebote für ältere Menschen
Darüber hinaus ist eine Demenz-Wohngruppe vorgesehen. Ergänzt wird das Nutzungskonzept durch Gewerbe- und Dienstleistungsflächen im Erdgeschoss. Damit entsteht an dieser Stelle ein ungewöhnlicher Mix aus Wohnen, Pflege, Therapie, Gesundheit und Dienstleistungen.
Neubau ersetzt altes Gewerkschaftshaus
Auf dem Grundstück steht heute noch das ehemalige Gewerkschaftshaus an der Humboldtstraße. Das Gebäude wurde ursprünglich als Gewerkschaftshaus genutzt und später unter anderem als Seniorenheim beziehungsweise Übergangseinrichtung genutzt. Mit der Entwicklung des St. Marien-Quartiers soll der inzwischen stark verfallene Gebäudebestand vollständig ersetzt werden.
Bereits seit mehreren Jahren gibt es Überlegungen für eine Neubebauung. Erste Planungen sahen noch ein klassisches Seniorenheim vor. Dieses Konzept wurde jedoch verworfen. Stattdessen entschied sich die Projektentwicklung für ein moderneres Wohn- und Versorgungsmodell. Die Stadt Bochum hatte das Vorhaben bereits im Rahmen des Gestaltungsbeirats behandelt. Ziel ist eine hochwertige Architektur an einem städtebaulich besonders wichtigen Standort.
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| Foto: hanbrohat / Altbau soll abgerissen werden |
Architektur des St. Marien-Quartiers
Der geplante Neubau soll sich architektonisch in das Umfeld rund um das Musikforum und das St. Marienstift einfügen. Nach den bisher veröffentlichten Planungen ist ein hufeisenförmiger Baukörper vorgesehen. Die Gestaltung soll gleichzeitig einen Bezug zum früheren Gebäude herstellen.
Der Entwurf stammt vom Bochumer Architekten Peter Lammsfuß. Besonders anspruchsvoll ist die städtebauliche Situation: Das Gebäude liegt zwischen Humboldtstraße und Maximilian-Kolbe-Straße und bildet gemeinsam mit dem Musikforum, dem St. Marienstift und dem geplanten Haus der Musik einen wichtigen Baustein der neu gestalteten Innenstadt.
Entwicklung des Standorts
Die Umgebung der Humboldtstraße hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Mit dem Neubau des St. Marienstifts, der Fertigstellung des Anneliese Brost Musikforums Ruhr und den weiteren Projekten rund um das Haus der Musik ist aus dem früher teilweise vernachlässigten Bereich ein wichtiger Kultur-, Bildungs- und Gesundheitsstandort geworden.
Das St. Marien-Quartier soll diesen Wandel abschließen und gleichzeitig zusätzlichen Wohnraum schaffen. Auch die Stadtplanung sieht die zentrale Lage als Chance: Das Grundstück befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Innenstadt, Musikforum, Marienplatz und den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Bauablauf und aktueller Stand
Nach den bisherigen Planungen sollte der Bauantrag bereits 2025 eingereicht werden. Anschließend waren Baugenehmigung und Abriss des Bestandsgebäudes vorgesehen. Die aktuelle Projektseite von Pro Secur nennt inzwischen das 3. Quartal 2026 als geplanten Baubeginn. Eine tatsächliche Aufnahme des Hochbaus ist damit allerdings nicht automatisch bestätigt – der Termin wird vom Projektentwickler weiterhin als geplant bezeichnet.
Damit befindet sich das Projekt im September 2026 weiterhin in der Übergangsphase zwischen Planung, Genehmigung und Umsetzung.
Bauchronologie
2023 – Erste konkretere Planungen
Nach längerer Zeit des Leerstands kommen die Neubaupläne an der Humboldtstraße 46 wieder in Bewegung. Das Grundstück soll hochwertig neu entwickelt werden. Erste Überlegungen für ein Seniorenheim werden zugunsten eines kombinierten Wohn- und Gesundheitskonzepts verworfen.
2024 – St. Marien-Quartier wird konkretisiert
Die Planung wird als soziales Wohn- und Dienstleistungsprojekt weiterentwickelt. Vorgesehen sind rund 40 barrierefreie Wohnungen sowie medizinische und soziale Angebote.
2025 – Projektentwicklung und Bauantrag
Das Vorhaben wird unter dem Namen St. Marien-Quartier weitergeführt. Der Bauantrag war zunächst für das zweite Quartal 2025 beziehungsweise später für den Spätsommer 2025 vorgesehen.
2026 – Vorbereitung des Neubaus
Nach der bisherigen Planung sollte die Baugenehmigung erfolgen und der alte Gebäudebestand beseitigt werden. Die offizielle Projektseite von Pro Secur nennt den 3. Quartal 2026 als geplanten Baubeginn.
2028 – geplante Fertigstellung
Nach aktuellem Stand soll das neue St. Marien-Quartier im Jahr 2028 fertiggestellt werden.
Quellen
- Pro Secur Immobilien GmbH: offizielle Projektübersicht und aktueller Zeitplan.
- WAZ: „Schandfleck hinterm Musikforum in Bochum soll verschwinden“ vom 16.06.2025.
- Stadt Bochum: Planungsunterlagen zum Umfeld Humboldtstraße / Marienplatz / Viktoriastraße.


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